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Organspende geht alle an

17.08.2007 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Heike Kuhn, Frickenhausen. Zum Artikel In 21 Jahren 1000 Nieren verpflanzt vom 3. August. Das ist doch eine tolle Nachricht, wen interessiert da denn noch der Untertitel? Dieser gibt der tollen Nachricht jedoch für manchen Leser sicherlich eine Wendung. 1000 Nieren sollen zu wenig sein? In Deutschland gibt es nach Angabe des KfHs (Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation) zirka 65000 Menschen, die derzeit dialysiert werden, das heißt, deren Blut unter Fremdeinwirkung gewaschen wird. Nur etwa 10000 Menschen (Quelle BZgA) sind überhaupt auf der Warteliste und trotzdem steigt die Anzahl der Menschen hierauf seit einigen Jahren (nach dem KfH) stetig weiter an. Nach der DSO (Deutsche Stiftung Organtransplantation) müssen in Deutschland jährlich 3500 Spendernieren zur Verfügung stehen, damit niemand mehr auf der Warteliste sterben muss und diese abgebaut werden könnte. Während der Wartezeit verschlechtert sich der Allgemeinzustand des Körpers, die Aufnahmebereitschaft gegenüber der neuen Niere sinkt und auch andere Organe können irreversibel geschädigt werden, wodurch auch hier eine Transplantation erforderlich werden kann. Durchschnittlich muss ein Mensch, nach der DSO, fünf Jahre ohne eigene Nierenfunktion überleben, bis er eine Spenderniere erhält.

Ein wesentliches Ziel muss also sein, die Wartezeit zu verkürzen. Hierfür werden mehr Spenderorgane benötigt. Zurzeit gilt in Deutschland die erweiterte Zustimmungslösung, das heißt, dass der Spender zu Lebzeiten oder dessen Angehörige in seinem Sinne einer Spende zustimmen müssen, damit diese stattfinden darf. In Österreich gilt die Widerspruchsregelung, wodurch jeder Spender ist, sofern er diesem nicht zu Lebzeiten widersprach. Dies auch bei uns einzuführen würde ich für weniger sinnvoll halten, da hiermit häufig zunächst eine Ablehnung und nicht die gewünschte Zustimmung zur Spende entsteht. Das Hauptproblem ist meines Erachtens nach nicht, dass keine Spendebereitschaft als solche vorhanden ist, sondern dass es vielmehr keine Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit dem Thema Organspende gibt.

Daher würde ich mich eher dafür aussprechen, das Thema weiter in der Öffentlichkeit zu thematisieren (zum Beispiel durch stärkere Gewichtung des Themas an Schulen durch Aufklärungskampagnen oder/und stärkere Gewichtung im Unterricht sowie Auslegen von Informationsmaterial und verstärkte Nutzung der Medien) und jedem die Möglichkeit dazu zu geben, sich in Verbindung, zum Beispiel mit der Beantragung von beispielsweise einem Personalausweis, Führerschein oder einer Krankenkassenkarte, durch eine Zusatznummer oder Ähnliches seine Spendenbereitschaft/-Ablehnung bekannt zu geben. Organspende ist ein Thema, das uns alle etwas angeht, ein Thema, welches in kürzester Zeit eine enorme Wichtigkeit erreichen kann und in diesem Fall keine Zeit für eine langwierige Auseinandersetzung mehr zulässt.

Leserbriefe

Demonstranten ohne Maske geht gar nicht

Jürgen Schwinghammer, Neuffen. Zum Artikel „Demonstration ohne Masken in der City“ vom 20. Oktober. Das Demonstrationsrecht ist ein Grundrecht. Wenn aber in Stuttgart 300 Demonstranten gegen die Maskenpflicht ohne Maske und Abstand demonstrieren und dabei von der Polizei „eskortiert“ werden,…

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