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Ohne jegliche Sachkenntnis

02.06.2007 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Karl Kemmner, Unterensingen. Zum Kommentar Missernte vom 29. Mai. Ein Beitrag, der jede Sachkenntnis und jedes Mitgefühl vermissen ließ. Da ist im April kein Tropfen Regen gefallen. Jeder Kleingärtner weiß, wie das ist, wenn man zweimal am Tag mit der Gießkanne lief und trotzdem alles vertrocknete. Nun gabs zwar im Mai auf zwei Schübe da oder dort hundert Millimeter Regen. So was gleicht ein Regendefizit aber nicht aus. Wasser ist für die Pflanzen vor allem eine Sache der zeitlich richtigen Verteilung. Bei Mais und Zuckerrüben war der Aufgang katastrophal, und beim Frühgemüse fehlten oft nicht die Erntearbeiter, sondern die ganze Ernte.

Und in dieses Desaster hinein kamen nun wie ein Hagelschlag noch die herzlosen Schuldsprüche des Herrn Grabitz: an den Bauernverband, die Bauern, die Arbeitsverwaltung und sogar Herrn Müntefering persönlich. Wenn man sich auf die einmal verlässt, klappt natürlich, wie immer, gar nichts! Da ist das Runtermachen und Besserwissen schon einfacher!

Natürlich gehen die Polen jetzt lieber nach Holland und Großbritannien, weil dort die Bürokratie unkomplizierter ist. Erntehelfer gibt es auch nicht auf Abruf, denn nicht jeder Arbeitslose ist noch in Form, sich stundenlang in der heißen Sonne zu bücken. Der Klimawandel könnte uns diesbezüglich noch einigen Kummer bereiten. Vor allem, wenn die Alten vollends weg sind. Von den hiesigen Arbeitslosen, die kamen, ist gerade jeder zehnte dageblieben. Zum Diskutieren sind wir leicht hundert, wenns aber nach draußen geht, sind es meist nur zwei oder drei.

Man fragt sich, wer will denn bei solcher Missernte oder solchem Beifall noch Bauer werden oder bleiben? Da gehts nicht nur um ein paar saisonale Überstunden, siebzig Stunden die Woche sind in der Tierhaltung rund ums Jahr normal. Und dann das Risiko! Werden wir denn von Aldi und Co. und den holländischen Brummis nicht wieder einmal mehr auf den Großmärkten überrollt werden?

Dieser Kommentar ist nun leider auch nicht so optimistisch ausgefallen, wie ichs gerne gehabt hätte. Aber Hand aufs Herz, wir Deutsche als Weltmeister in so vielen Sparten könnten uns doch auch da was einfallen lassen und Probleme meistern, die alljährlich auf uns zukommen. Wir Ältere haben als Schulkinder noch zum Kartoffel- und Äpfelauflesen Vakanz bekommen. Vielleicht gibt es sogar Leute, die den Ehrgeiz haben, auch so was noch zu meistern. In diesem Fall hätte dann allerdings Herr Grabitz recht: Man müsste rechtzeitig damit anfangen.

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