Schwerpunkte

Leserbriefe

Ochsen-Debatte auf Stammtisch-Niveau

18.07.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Werner Schmid, Frickenhausen. Spätestens seit der Veröffentlichung der Leserbriefe „Für den Ochsen kämpfen“ und „Wie wichtig ist den Bürgern der Ochsen?“ vom 15. Juli wissen nun die Bürger aus Frickenhausen, wer für den Abbruch dieses ortsbildprägenden Gebäudes verantwortlich ist: Die „Ausländer“ im Frickenhäuser Gemeinderat aus Linsenhofen und Tischardt waren es also, die in geheimer Abstimmung für den Abbruch des „Frickenhäuser Ochsens“ votiert hatten. Vom Frickenhäuser SPD-Vorsitzenden Sven Rahlfs erfahren die Bürger erst ein Vierteljahr nach der durchgeführten Internet-Befragung, nach den Gemeinderatswahlen und nach der Abstimmung im Gemeinderat in einem Leserbrief, wie damals abgestimmt wurde.

Auf diesem Niveau lässt sich keine vernünftige Debatte führen. Herr Feuchter macht es sich sehr einfach, wenn er den Abbruch-Befürwortern unterstellt, sie hätten nur die „Euro-Brille“ auf und keinen Blick für Kultur und Tradition. So wie ich in den öffentlichen Gemeinderatsdebatten über den Ochsen als Zuhörer in Erfahrung bringen konnte, haben sich die Mitglieder des Gemeinderats schon genau darüber informiert, wie der bauliche Zustand des Gebäudes tatsächlich aussieht. Danach ist ein demokratischer Beschluss zustande gekommen, den man als Unterlegener zu akzeptieren hat, auch wenn es schwerfällt. Nachkarteln, aus welchen Gründen auch immer, ist der Sache nicht dienlich. Wenn sich die Frickenhäuser SPD und Herr Feuchter nach außen hin sichtbar vor der Entscheidung so vehement für den Erhalt des Ochsens eingesetzt hätten wie danach, wäre die Abstimmung vielleicht anders ausgefallen.

Für mich stellt sich nun die Frage: Wie könnte nach einem Abbruch das Gebäude wieder so aufgebaut werden, dass der ortsbildprägende Charakter auch erhalten bleibt? Wer sich die Mühe macht, den Ochsen aus mehreren Blickwinkeln zu betrachten, wird zu dem Entschluss kommen, dass eigentlich nur das Fachwerk im „mittleren Teil“ des Gebäudes ortsbildprägend ist. Für einen qualifizierten Architekten dürfte es doch kein großes Problem darstellen, dieses Fachwerk am neuen Gebäude unterzubringen. Wenn dann noch die gegenüberliegende renovierungswürdige Frickenhäuser Kelter mit in die Planungen einbezogen wird, könnten wir Frickenhäuser tatsächlich einem gesellschaftlichen Mittelpunkt entgegensteuern, der uns nun schon seit Jahrzehnten durch eine Konzeptionslosigkeit in der Ortsmitte versagt bleibt.

Leserbriefe