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Nutzen die Demos nur Zukunftsblockierern?

14.09.2010 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Egon Eigenthaler, Nürtingen. Am fehlenden Geld drohen inzwischen viele ehrgeizige Projekte zu scheitern, die besonders den uns nachfolgenden Generationen, durch Verbesserung der Infrastruktur, Wirtschaftskraft und Arbeitsplätze sichern und eine lebenswerte Zukunft schaffen und erhalten sollen.

Eines dieser Projekte ist „Stuttgart 21“. Es erfährt gerade, wegen angeblicher Kostenexplosionen, massive Proteste von mehreren Aktivistengruppen. Auch wir Republikaner haben, sowohl im Landtag als auch im Regionalparlament, für eine preiswertere Bahnhofsversion, mit Erhalt eines der Wahrzeichen von Stuttgart, des Bonatzbaus, gekämpft. Unserer Meinung nach hätte der Hauptbahnhof Stuttgart für den regionalen Schienenverkehr nicht zwangsläufig zusammen mit einem Haltepunkt für die Schnellbahntrasse Paris–Budapest unter die Erde gelegt werden müssen. Experten und scheinbar besser informierte Mehrheiten haben aber so entschieden, wie wir es als vorbildliche Demokraten nun zu vertreten haben.

Die bereits begonnene europäische West-Ost-Magistrale kann von den Stuttgarter Demonstranten weder ausgebremst noch verbilligt werden. Eher im Gegenteil! Sie würde dann eben nur, von uns mitfinanziert, über Würzburg und nicht über Stuttgart verlaufen. Ob das die sehr einseitig informierten Bürger wirklich wollen? Das wage ich zu bezweifeln! Wir sollten gemeinsam alles daransetzen, dass wenigstens ein Teil der 15 Milliarden Euro an Steuergeldern, die der Bund für Investitionen in die Infrastruktur jährlich bereitstellt, nach Baden-Württemberg zurückfließt und damit unseren Wirtschaftsstandort stärkt. Gerade die Städte Reutlingen, Metzingen und besonders Nürtingen samt dem Filderraum könnten die Gewinner von Stuttgart 21 werden. Sie erhalten einen enormen Standortvorteil, wenn sie über die Wendlinger Kurve mit dem Regional-Express eine direkte Verbindung zur Messe und zum Flughafen bekommen. Aber sie müssen höllisch aufpassen, dass jetzt dieser Vorteil nicht, statt weiterer Einsparungen am Tiefbahnhof Stuttgart, der Anschluss der RE-Züge als Wendlinger Kurve, zum Opfer fällt.

Auch die Landesregierung und die gutgläubigen Wähler in Baden-Württemberg müssen aufpassen, dass sie nicht, mit ihrer Sympathie für Sparen und Bürgeraktivismus, den Linken auf den Leim kriechen, die landesweit zu S-21-Protestgruppen einladen, um noch mehr von unseren Steuergroschen in Ostberlin zu verbuddeln. Sie müssen aufpassen, nicht damit den neukommunistischen Linken, als Trittbrettfahrer im grünen Mäntelchen von „Bündnis 90“, in den Landtag zu verhelfen und als sozialistische Einheitspartei (SED) an die Regierung, ums Ländle in eine „DDR II“ zu verwandeln.

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