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Niedrige Löhne und Altersarmut

19.06.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jochen Findeisen, Schlaitdorf. Zum Artikel „Viel Niedrigrenten, wenig Altersarmut“ vom 12. Juni. Dieser Titel verstört den treuen Leser dieser Zeitung.

Dieser hat tags zuvor gelesen, dass Deutschland „das Land der Niedriglöhne“ sei. Noch weniger werde nur in Lettland, Litauen, Rumänien, Polen, Estland und Zypern verdient – also in bekannt „fußkranken“ Volkswirtschaften.

Niedrige Löhne führen bekanntlich zu niedrigen Renten und damit zur Altersarmut. Aber keine Bange – ein nicht namentlich genannter „Sprecher der Rentenversicherung“ und ein CDU-„Rentenexperte“ erklären, es sei zwar richtig, dass jede zweite Rente unter Grundsicherungsniveau (zurzeit 707 Euro) liege, aber von drohender Altersarmut könne man noch nicht sprechen. Diese geringe Rente komme davon, dass der Versicherte zu kurz in die Rentenversicherung einbezahlt habe (also klarer Fall von „selber schuld“?).

Die Rentenhöhe könne ohnehin keine zutreffende Auskunft über die tatsächliche Einkommenslage im Rentnerhaushalt abgeben. Ein objektiveres Bild liefere der Alterssicherungsbericht der Bundesregierung. – Dieser Bericht strotzt jedoch nach Aussagen des Linken-MdB Matthias W. Birkwald vor Unrichtigkeiten und falschen Annahmen. Dieser Bericht, sagt Birkwald, solle auch gar nicht objektiv „berichten“, sondern nur erneut das Gesamtversorgungsniveau aus gesetzlicher Rente, Riester-Rente und „Privatrente“ schönreden, das von den Agenda-2010-Parteien auf den Weg gebracht und von den Folgekoalitionen beibehalten wurde.

Im Übrigen würden, so Peter Weiß (CDU), geringe Renten meist durch das Einkommen des Ehepartners oder aus anderen sozialen Sicherungssystemen kompensiert werden. Bei dieser zynischen Argumentation fehlt eigentlich nur noch der Hinweis, durch das Sammeln von Pfandflaschen aus den Abfalleimern könne eine niedrige Rente auch noch aufgebessert werden.

Es ist deshalb begrüßenswert, wenn auch die Sozialverbände sich nicht blenden lassen, sondern die Rücknahme der Rentenreform fordern. So wies zum Beispiel die VdK-Präsidentin Ulrike Mascher unlängst darauf hin, dass die Altersarmut noch weiter um sich greifen werde – namentlich, wenn wie geplant die Rente von zurzeit 51 Prozent des letzten Bruttoeinkommens auf 43 Prozent bis zum Jahr 2030 abgesenkt werden würde. – MdB Birkwald forderte die Rücknahme der von der SPD-Grüne-Koalition durchgeführten Rentenreform. Die Rente mit 67 sei ein weiteres Kürzungsprogramm, da heute nicht einmal zehn Prozent der 64-Jährigen in Vollzeit arbeite.

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