Leserbriefe

Niederlage? - Weiter so!

28.07.2007, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Reinhardt, Neckartenzlingen. Wann ist ein Kampf verloren? Wann darf/muss man einen Kampf für verloren erklären? Wenn es auf der eigenen Seite keine Kämpfer mehr gibt, alles kaputt und/oder tot ist? Oder schon, wenn die Lage hoffnungslos wird? Es ist sehr schwer, einen Kampf für verloren zu erklären, denn lange nach jeder realistischen Chance auf einen Sieg besteht noch eine Resthoffnung (auf einen wunderbaren Endsieg). Wann darf/muss man aufgeben? Erst mit dem Aufgeben wird die Niederlage endgültig. Und was passiert dann?

Im Irak und auch in Afghanistan herrscht Krieg; aber ein höchst ungleicher Krieg; ein Krieg, den wir als Partisanenkrieg kennen. Ein solcher ist, nach all unserer historischen Erfahrung, kaum zu gewinnen, jedenfalls nicht mit militärischen Mitteln. Denn Schüsse, Granaten und Bomben treiben die betroffene Bevölkerung aus Wut und Verzweiflung eher in die Arme der Partisanen, machen sie kaum zu Freunden der schießenden/tötenden Soldaten. Aber kann ein Kampf gegen Partisanen anders gewonnen werden als dadurch, dass die Soldaten als Freunde erkannt und anerkannt werden? Kaum.

Der Irak kann doch wohl als verloren angesehen werden. Es geht für die Amerikaner höchstens noch darum, wie sie mit einigermaßen Anstand wieder aus dem Land herauskommen; ihre Ziele erreichen werden sie kaum noch können, auch nicht ansatzweise. Und Afghanistan? Nach dem, was wir so hören, werden die westlichen Soldaten kaum noch als Freunde gesehen. Sie sind zu fremd und zu erfolglos.

Nur wenn es gelänge, für die Bevölkerung des Landes einen deutlichen wirtschaftlichen Aufschwung zu erreichen, könnte diese veranlasst werden, die fremden Truppen zu unterstützen. Aber wie macht man das? Einen wirklichen wirtschaftlichen Aufschwung bekommen wir mit ungleich größeren Mitteln nicht einmal in den neuen Bundesländern richtig hin.

Also: Mehr deutsche Soldaten nach Afghanistan! Aber was soll das bringen? Kann es mehr bringen, als eine bittere Niederlage ein Stückchen weiter hinauszuzögern? Aber klar: wie begründete man einen Rückzug? Kaum möglich! Also: weiter so!

Für militärische Aktionen ist immer Geld da, für Wirtschaftshilfen kaum. Darum: weiter so!

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