Schwerpunkte

Leserbriefe

Nicht Ärzte, sondern ich entscheide

27.04.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Rosemarie Körner, NT-Oberensingen. Zum Leserbrief „Der Moment, wenn Ärzte entscheiden“ vom 17. April. Im Leserbrief geht es darum, dass von Ärzten über eine Triage entschieden wird, welcher Corona-Patient beatmet wird und welcher nicht. Dass die Beatmung tatsächlich nicht die optimale Behandlung ist, zeigen Berichte aus den großen Behandlungszentren.

Über die künstliche Beatmung bei Corona gibt es neue Erkenntnisse. So dokumentierte ein Bericht aus London, dass von 1053 intubierten Patienten nur 355 lebend das Krankenhaus verließen (33,7 Prozent). Eine kleinere Studie aus dem chinesischen Wuhan zeigt ein noch düstereres Bild: nur drei von 22 intubierten Patienten überlebten (13,6 Prozent). In New York sollen sogar bis zu 80 Prozent der Covid-19-Patienten an der Beatmung versterben.

Es wurden andere Verfahren getestet, unter anderem setzen sie auf Zufuhr von Sauerstoff über die Nase und besondere Lagerungsmethoden, Methoden die bessere Ergebnisse als die Beatmung liefern sollen. Die in einer Triage getroffene Entscheidung gegen eine Beatmung könnte dieser Theorie nach vielleicht zu einem ganz unbeabsichtigten Überleben führen. Wenn man noch dazu bedenkt, dass nach einer langen künstlichen Beatmung häufig mit einer Demenz und anderen schwerwiegenden Schädigungen zu rechnen ist, entscheide ich mich, sollte ich an Covid-19 erkranken, ganz klar gegen eine Beatmung und trete meinen Platz an einem Beatmungsgerät gerne an jemanden anderen ab. In meiner Patientenverfügung steht seit diesem Jahr drin, dass ich vor allem bei Covid19 nicht künstlich beatmet werden möchte.

Ich bin über siebzig Jahre alt und wenn meine Stunde gekommen ist, will ich ruhig und ohne von Maschinen abhängig zu sein gehen können. Vielleicht sollte man solche Dinge für sich und nahe Angehörige in einer familiären Runde einmal ansprechen, sich alle notwendigen Informationen bei Ärzten holen und dann einen Entschluss fassen, wie man selbst behandelt werden möchte. In einer Patientenverfügung kann dieser Entschluss festgehalten werden und allen behandelnden Ärzten bei Bedarf vorgelegt werden. Damit entbinde ich die Ärzte, die ich nicht kenne und die mich nicht kennen, von ihrer Verantwortung und sichere mir die Achtung und den Respekt, mein Leben so zu beenden, wie ich es möchte und nicht so, wie es in einem automatisierten Ablauf zur Rettung von möglichst vielen Menschen festgelegt ist.

Leserbriefe

Hektik beim Abbruch des Hölderlinhauses

Wolf Remppis, Nürtingen. Zum Artikel „Kran in der Neckarsteige“ vom 17. September. Der Abbruch des Hölderlinhauses hat begonnen. Die Arbeiten laufen bereits auf Hochtouren. Die Stadt Nürtingen hat es jetzt offensichtlich sehr eilig und will schnell Fakten schaffen, die nicht mehr rückgängig zu…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe