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Leserbriefe

Neckartenzlingen und Hitler

06.02.2014 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Lydia Hofstadt, Erkenbrechtsweiler. Zum Leserbrief „Braune Restschwaden in Neckartenzlingen“ vom 31. Januar. Peter Reinhardts Äußerungen können nicht einfach so hingenommen werden. Ich lebe zwar seit 1957 nicht mehr in Neckartenzlingen, aber bin 1934 dort geboren, wurde in der Martinskirche getauft, konfirmiert und getraut und unser Sohn wurde vom damaligen Pfarrer Buchholz getauft. Meine Wurzeln sind in Neckartenzlingen, es ist immer noch meine Heimat.

Das sogenannte „Heimatbuch“ ist mir bisher nicht bekannt, aber ich werde es mir schleunigst beschaffen. Zu dem Vorwurf, dass die Honoratioren von Neckartenzlingen an ihrem Ehrenbürger Hitler festhalten, ist richtigzustellen, dass von 18 Gemeinderäten lediglich fünf aus alten Neckartenzlinger Familien stammen, für die das Hitler-Regime bereits zwei Generationen zurückliegt. Die übrigen Räte sind Zugezogene (auf Schwäbisch „Rei’gschmeckte“). Übrigens bin ich davon überzeugt, dass von den heutigen Einwohnern (etwa 6300) lediglich noch ein Viertel echte Neckartenzlinger sind und dass fast keiner dieser Bürger etwas von dieser Ehrenbürgerschaft gewusst hat – schon daher kann man nicht von „alten Anhängern“ sprechen, und die Beschuldigungen sind eine Beleidigung für die alten Neckartenzlinger.

Dass Neckartenzlingen in der „braunen Zeit“ sehr braun war, hatte verständliche Gründe. Man kam in Lohn und Brot und konnte seine Familie ernähren. Klaus von Sichart hatte es in einem Artikel der Nürtinger Zeitung vom 18. September 2010 so beschrieben: „Diese einfachen Leute sahen nur konkret, dass sich ihre persönliche Situation bessert und es eine Zukunft gibt. In kurzer Zeit war die Arbeitslosigkeit spürbar geringer geworden, ab 1936 war sie gleich null.“

Dass Hitlers Propagandasprüche heute noch einen Nährboden finden, ist meines Erachtens nach kaum zu befürchten. Der Kampf gegen Rechts sollte immer geführt werden, und wenn das in Neckartenzlingen nicht der Fall sein sollte, wäre das ein lohnendes Engagement für Herrn Reinhardt.

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