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Neckartailfingen und Internet

22.06.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Wolfgang Woide, Neckartailfingen. Die positive Entscheidung der Gemeinde Linsenhofen für die Einrichtung einer Breitbandverkabelung möchte ich zum Anlass nehmen, dieses Thema für Neckartailfingen erneut aufzunehmen. In dieser Gemeinde erfolgt nämlich hierzu nichts – mit der Begründung, dass die Situation eine andere sei als in den umliegenden Gemeinden. Hier kann ich Bürgermeister Timm gerne zustimmen. In den anderen Gemeinden haben sich nämlich die Bürgermeister aktiv für eine Lösung eingesetzt und diese auch gefunden, regelmäßig nachzulesen in dieser Zeitung.

Wer heute noch glaubt, das Internet brauche man nur, um Mails zu lesen und um zu surfen, der hat offenbar die gesellschaftliche Entwicklung und die veränderten Anforderungen des Arbeitsmarktes nicht bemerkt.

Hierzu zwei Beispiele: Gewerbegebiete ohne Breitbandanschluss sind inzwischen für viele Betriebe inakzeptabel, da das Datenaufkommen in der Kommunikation beständig und rasant anwächst – Videokonferenzen, die teure Reisen ersparen, sind bei zwei Megabit pro Sekunde nicht machbar. Oder aber auch Remote-Arbeitsplätze für IT-Spezialisten, die dadurch von zu Hause aus Servicearbeiten bei ihren Kunden durchführen, sind ohne vorhandenes Breitband nicht realisierbar – schlimmer noch, ein Fehlen bedeutet einen realen Nachteil für den IT-Mitarbeiter, da er mehr reisen muss und dadurch vermeidbare Kosten für sein Unternehmen verursacht.

Ich möchte daran erinnern, dass es einmal eine Zeit gab, in der es nicht selbstverständlich war, dass jedes Haus über einen Telefonanschluss verfügte. Würde man heute eine Immobilie ohne einen solchen Anschluss noch erwerben? Sicher nicht. Dasselbe gilt sinngemäß für den Anschluss an das Breitbandnetz.

Nur eines muss auch gesagt werden: Von alleine wird sich das Problem nicht lösen. Die Internetanbieter unternehmen heute im ländlichen Raum nichts mehr auf eigene Kosten. Die Gemeinden müssen sich aktiv an einer Lösung beteiligen. Von einer Gemeindeverwaltung, die es ablehnte, selbst eine Umfrage zum Bedarf bei ansässigen Unternehmen und Haushalten durchzuführen, ist vermutlich keine Lösung zu erwarten.

So hoffe ich nur, dass der neu gewählte Bürgermeister nächstes Jahr zum Thema Breitbandverkabelung eine andere Affinität zeigt, als es heute der Fall ist. Hierzu sind dann aber auch die Bürger der Gemeinde gefragt.

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