Leserbriefe

Nach islamischen Vorschriften

20.11.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Yunus Baslig, Nürtingen. Zum Artikel „Tierschutzkontrollen zum Islam-Fest“ vom 15. November. Zuerst möchte ich auf die Feiertage am Opferfest hinweisen, die nicht drei, sondern vier Tage andauern. Es ist unverschämt zu behaupten, dass es sich bei der Schlachtung nach religiösen Vorgaben im Judentum um streng religiöse und im Islam um radikale handelt. Wieso diese „radikale“ Diskriminierung? Auch im Judentum ist der Verzehr von Blut, das heißt das Tier muss ausgeblutet sein, verboten. Doch es wird nie davon so „herablassend“ diskutiert wie über den Islam. Hier ist wieder einmal zu entnehmen, dass die Ablehnung des Islams in Deutschland besonders ausgeprägt ist. Es ist das wichtigste religiöse Fest im Islam. Darüber hinaus begegnen sich alle drei Offenbarungsreligionen: Judentum, Christentum und Islam, in der Person des Patriarchen (Abraham/Ibrahim). Tierschutzkontrollen sind notwendig und müssen weiterhin stattfinden, jedoch soll man dies nicht als Vorbeugung für Schächtungen nach islamischen Vorschriften anprangern. Warum also diese abstoßenden, zur Schau stellenden Berichte vor dem Opferfest? Warum sind allein wir die unbarmherzigen Tierquäler auf dieser Welt? Die Muslime essen doch nicht nur am Opferfest Fleisch. Auf religiöse Art geschlachtetes Fleisch zu essen, gehört in unseren Alltag. Gott hat uns Muslime am Opferfest nicht zur Barbarei aufgerufen. Aber dies wird vehement in die Köpfe eingetrichtert, jedes Jahr zur gleichen Zeit, am Opferfest. Man berichtet über Tierschutzkontrollen, 54 Anträge auf betäubungsloses Schächten, von denen nur lächerliche 22 genehmigt wurden (2009), Verletzung hygienerechtlicher Vorschriften, um das Ganze etwas auszuschmücken.

Seien wir doch ehrlich, feste religiöse Bestandteile/Vorschriften, an denen der Moslem überzeugt festhält, lassen ihn nicht 100 Prozent integrieren. Ich sage nur: „Unwillige Migranten, die ihren Fleischbedarf nicht aus deutschen Supermärkten und Metzgereien beziehen.“ Wir Muslime fühlen uns arg diskriminiert, ausgegrenzt, abgelehnt.

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