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Nach der Wahl: Die Chancen nutzen

01.04.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Udomar Rall, Nürtingen. Zum Artikel „Zeitenwende im Land: Grün-Rot triumphiert“ vom 28. März. Im Wahlkampf war oft die Rede von emotionalem Wählerverhalten aufgrund der AKW-Unfälle. Solch hilflose Art von Diffamierung wird von den Befürwortern der AKWs und der grünen Gentechnik angewandt. Grün wurde gewählt, weil sich diese Bürger nicht mehr für dumm verkaufen lassen, weil sich gerade diese Bürger für technische und politische Hintergründe interessieren, während andere dieselben ignorieren und sich durch irreführende Parteibezeichnungen und politikgeschürtes wirtschaftliches Sorgengespenst blenden lassen.

Was bedeutet es denn, dass die Grünen als „Akademiker-Partei“ bezeichnet werden? Ist das etwa ein hysterischer, kopfloser Haufen? Welche Arroganz, wenn Mappus nach seiner Schlappe sagt: „Ein schlechter Tag für Baden-Württemberg.“ Ich finde, es war ein sehr guter Tag für das Land. Wir müssen nur die Chancen begreifen, für unseren Wohlstand, der sich nicht nur auf Geld und Konsum reduzieren darf. Wohlstand kann für unser Land bedeuten, die Rolle als Pioniere auf dem Gebiet neuer umweltverträglicher Techniken zu stärken, führend nicht nur als Exporteur, sondern auch als Anwender und Vorbild im ganzen Land. Dezentrale Energieversorgung wird ein wichtiges Thema der Zukunft sein. Verbundtrassen müssen dann auch nicht mehr die Größenordnung haben, die sie jetzt haben müssten, hätten damit auch weniger Leitungsverluste.

Die Abhängigkeit von Energiekonzernen wird geringer. Genau das sollte durch die AKW-Laufzeitverlängerung verhindert werden, auf Kosten der innovativen mittelständischen Betriebe des Landes. Atomstrom ist so ziemlich der teuerste Strom. Die Rechnung ist schließlich auch nach ein paar Superkatastrophen nicht bezahlt. Selbst die Devise „nach uns die Sintflut“ geht nicht immer auf, wie sich in Japan zeigt. Moralisch ist sie eine Ungeheuerlichkeit.

Durch die Katastrophe wurden Infos über gefährliche Schwachstellen von AKWs öffentlich, die bisher wenig beachtet wurden, schon gar nicht von der schwarz-gelben Regierung, die immer von der Sicherheit der japanischen und deutschen AKWs schwärmte. Vielleicht ist es so, dass der massive Eingriff in die Bausteine der materiellen Realität, ihre teilweise Zerstörung, eine Schwelle darstellt, die der Mensch besser nicht überschreitet, zumal ohne Not.

Wohlstand für unser Land heißt auch Förderung des Biolandbaus, einer gesunden Umwelt ohne Genpflanzen, ohne Monokulturen, ohne Güllegrundwasser, ohne Bienensterben, ohne „teuflische“ Tierhaltung (Artikel „Mit Holzknüppeln auf Rinder eingeschlagen?“ vom 22. März).

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