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Mogelpackung oder Empfehlung

27.07.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dieter Charisse-Bosch, Unterensingen. Zum Artikel „Aufs Gymnasium? Eltern dürfen selbst entscheiden“ vom 21. Juli. Die Grundschulempfehlung war nie eine Empfehlung, sondern ein Diktat der Schulen, somit ist schon der Begriff völlig falsch. Einer Empfehlung kann man folgen oder auch nicht, diese Wahlmöglichkeit war hier einfach ausgeschlossen. Es ging auch nie nur darum, ob ein Kind aufs Gymnasium durfte.

Die Sorge der CDU vor mehr sozialer Selektion, weil Eltern aus bildungsfernen Schichten (was für ein Begriff! Haben diese Eltern keine Bildung?) ihren Kindern das Gymnasium nicht zutrauen, ist auch nur bedingt nachvollziehbar. Die IGLU-Studie 2007 ergibt hier teilweise ein anderes Bild. Lehrer empfehlen demnach Kindern von Eltern aus der oberen Dienstklasse bereits mit 537 Punkten zum Gymnasium, Kinder un- und angelernter Arbeiter müssen hierfür aber 614 Punkte erreichen. Also sind auch Lehrer offenbar nicht immer so objektiv, wie es dringend notwendig wäre.

Da spielen wohl auch ganz andere Gründe noch eine Rolle, möglicherweise die Frage, ob an diese Grundschule auch eine Hauptschule angegliedert ist? Dennoch sagt diese Studie auch, dass Lehrerempfehlungen sozial selektiv seien, selektiver sei aber der Elternwille. Stellt sich die Frage, warum zum Beispiel die Hauptschule so in der Elterngunst abgesackt ist, dass fast alle versuchen, ihrem Kind den Weg auf einer weiterführenden Schule zu ermöglichen. Die Wirtschaft gibt die Anforderungen vor. Versuchen sie mal, mit Hauptschulabschluss einen guten Ausbildungsplatz, vielleicht sogar im Wunschberuf, zu finden. Hat hier eine Schulform den Anschluss verpasst oder ist sie zum Auffangbecken geworden? Es wird Zeit, Eltern nicht nur Pflichten für ihre Kinder zu diktieren, sondern endlich auch wieder das Recht zurückzugeben, aktiv für die Zukunft ihrer Kinder zu entscheiden. Die Schulen haben hier vor allem einen Beratungsauftrag, um Wege aufzuzeigen, nicht weniger, aber auch nicht mehr. Insofern ein längst überfälliger Schritt, den andere Bundesländer schon lange verstanden haben.

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