Schwerpunkte

Leserbriefe

Mitrudern oder aus dem Boot fallen

27.09.2014 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Emil Neuscheler, Neckartailfingen. Die Welt ist aus den Fugen geraten. Wir spielen auf beleidigt, weil bei uns Amerika spioniert hat, und verlangen nun ernsthaft als einmalige Lachnummer die Enttarnung aller in der BRD tätigen Agenten. Diese Jammerei über das Abhören ist dumm und sinnlos, denn die Überwachung der Netze ist ein wichtiger Bestandteil unserer Sicherheit vor Terroranschlägen. Es gibt verdammt andere Probleme.

Putin zündelt an der Ukraine, die Hamas setzt den Raketenkrieg gegen Israel unaufhörlich fort, im Irak versucht eine Terrormiliz einen islamischen Gottesstaat zu installieren und verübt dabei unbeschreibliche Grausamkeiten, in der Ukraine holen Separatisten eine malayische Verkehrsmaschine aus der Luft, selbst ernannte Herrgötter lassen im Cäsarenwahn unschuldige Westeuropäer köpfen und der afrikanische Exodus übers Mittelmeer scheint wegen Stammesfehden und Hungersnöten zur Dauereinrichtung zu werden.

Man könnte noch weitere Brennpunkte anführen. Der besorgte Bürger fragt sich: woher kommt diese Häufung der Krisenherde? Ganz sicher hat der Rückzug der US Armee von den Konfliktfeldern und die reduzierte Bereitschaft der Amerikaner, militärisch zu intervenieren, zu der Häufung der Unruheherde beigetragen. Ob Obama mit seinen Luftattacken gegen die IS Erfolg hat, um die Terrormiliz zu stoppen, ist sehr ungewiss.

Die Frage, wie und wie schnell man diese Marodeure aufhalten und vernichten kann, hat nun auch Deutschland erreicht. Die Waffenlieferung an die schlecht ausgerüsteten Kurden spaltet die Nation, denn dieser Schritt ist bei uns äußerst unpopulär. Doch wir müssen herunter von unserem ständigen Lavieren, jeden Schwierigkeiten geschickt auszuweichen. Unsere Sicherheitsbehörden warnen ausdrücklich vor der Gleichgültigkeit, mit der wir dem Terror begegnen. Wir müssen als wichtigster Staat der EU Mitverantwortung für die Sicherheit von einer halben Milliarde Bürger mittragen. Wir haben uns bis jetzt schadlos halten können durch Ratschläge, durch überzogene Kritik und durch Scheckdiplomatie. Diese Zeiten sind vorbei. Wir sitzen alle in einem Boot, entweder rudern wir mit oder fliegen aus dem Boot.

Leserbriefe

Das Geld in Kitas und Grundschulen stecken

Uli Kirchner, Nürtingen. Zum Artikel „Land belohnt Schulleitungen“ vom 19. November. Kann das sein? Oder ist das einfach nur falsch gemeldet? Die Hauptlast tragen doch nicht Schulleitungen, sondern die Lehrerinnen und Lehrer, die mit wechselnden Dienstplänen, Maskenschutz, Gesprächen mit Eltern…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe