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Leserbriefe

Mit Begleitung und Abschied zufrieden

28.09.2010 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ursula Vetter, Aichwald. Zum Leserbrief „Würdeloser Abschied im Pflegeheim“ vom 15. September. Im Juni 2001 erlitt meine Mutter einen folgenschweren Schlaganfall. Nach einem längeren Rehaaufenthalt stand fest, dass sie nicht mehr selbstständig leben und Pflege rund um die Uhr benötigen würde. Schweren Herzens entschied sich unsere Mutter für den Umzug in ein Pflegeheim. Nach mehreren Besichtigungen und Gesprächen in verschiedenen Einrichtungen wählten wir ganz bewusst die Einrichtung in Beuren. Diesen Schritt haben wir bis heute nicht bereut.

Durch die Folgen ihrer Krankheit hatte meine Mutter ihren Lebensmut verloren, sie zog sich in sich zurück und weinte sehr viel. Das Pflege- und Betreuungspersonal hat es mit viel Geduld, liebevoller Zuwendung und persönlichem Engagement geschafft, ihr wieder Lebensfreude und Selbstwertgefühl zu vermitteln. Unsere Mutter konnte wieder positiv aus ihrem Alltag erzählen, sie äußerte persönliche Wünsche, schrieb Gedichte und fing das Malen an. Auch das vielfältige Angebot im Haus machte sie wieder neugierig.

Nach vielen schönen und zufriedenen Jahren ging es ihr gesundheitlich immer schlechter. Nach mehreren Krankenhausaufenthalten wussten wir, dass ihr Leben zu Ende gehen würde. In dieser Phase, in der auch wir Angehörigen Beistand brauchten, sind wir von Arzt und Hauspersonal professionell und einfühlsam begleitet worden. Durch unser Vertrauen in die Einrichtung wussten wir unsere Mutter in guten Händen. Dafür sind wir sehr dankbar.

Unsere Mutter hat uns dann im friedlichen Schlaf für immer verlassen. Liebe- und würdevoll aufgebahrt, mit Blüten in den Händen und einem friedlichen Gesichtsausdruck, haben wir sie am folgenden Morgen bei unserem letzten Besuch angetroffen. Das von uns ausgewählte Bestattungsinstitut aus Neckarhausen hat diskret und fürsorglich alle Formalitäten erledigt und die Bestattung organisiert und durchgeführt. Unsere Familie durfte erleben, dass die sicherlich schwere Entscheidung für einen Heimaufenthalt auch ein Schritt in einen positiven Lebensabschnitt mit guter Lebensqualität sein kann. Weil wir uns in Beuren angenommen und sehr wohlgefühlt haben, engagieren wir uns dort weiter ehrenamtlich.

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