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Leserbriefe

Mikroplastik im Ackerboden

29.03.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Gerhard Dolde, Nürtingen. Zum Artikel „Eine tolle Idee wird zunehmend problematisch“ vom 22. März. Das Bild zum Artikel zeigt einen Strand, welcher mit Plastikmüll verschmutzt ist. Wir haben eine ähnliche Situation vor unserer Haustüre, auf dem Galgenberg. Jährlich werden mehr Äcker von einer lokal bekannten Firma mit ihrem Erdbeer- und Spargelanbau mit Plastikfolien und Plastiktunneln bedeckt. Die angrenzenden Äcker und Wiesen sind zunehmend mit Plastikresten aus beschädigten Folien verschmutzt.

Nicht sichtbare Mikroplastikteile, die durch die Bewegung der Folien durch den Wind und Abrieb entstehen, kommen da noch dazu. Nach der nächsten Ernte werden diese Plastikreste unterpflügt und sind nicht mehr sichtbar, sie bleiben als Bodenverschmutzung erhalten.

Dass Menschen Mikroplastik über die tierische Nahrungskette in den Körper zurückbekommen ist belegt. Inwieweit dies auch über pflanzliche Nahrungsmittel geschieht berichtet MDR-Wissen vom 24. Juli 2020: Mikroplastik in Nahrungspflanzen.

Laut einer australischen Studie nimmt der Mensch schon wöchentlich bis zu fünf Gramm Kunststoff über pflanzliche Nahrung auf. Es werden Zusammenhänge mit entzündlichen Darmerkrankungen vermutet. Das Bundeszentrum für Landwirtschaft beschreibt die Problematik. Wegen ökonomischer Vorteile für Erzeuger und Verbraucher, werden ökologische und gesundheitliche Nachteile, die Vergiftung unserer Böden und gesundheitliche Gefahren aber in Kauf genommen.

Erdbeeren und Spargel sind mit Folienanbau billiger herzustellen und außersaisonal verfügbar. In einer Dokumentation des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages vom 25. Mai 2020 werden die Auswirkungen des Obst- und Gemüseanbaus unter Folientunneln auf den Lebensraum wie Mikroklima, Bodenökologie, Insekten und Vögel deutlich problematisiert. Es wird hier ausgeführt, dass Kunststoffe nicht mehr aus der Erde entfernt werden können und deshalb Jahrzehnte lang im Boden verbleiben.

Die Anreicherung von Restkunststoffen im Mutterboden könne längerfristig das Pflanzenwachstum hemmen. Wer trägt die Verantwortung gegenüber kommenden Generationen durch die Ausbeutung und Vergiftung unserer Natur durch kurzfristige ökonomische Vorteile.

Leserbriefe

Kuckuckseier vom Nürtinger Osterhasen

Egon Eigenthaler, NT-Oberensingen. Zum Artikel „Galgenbergpark: Kompromiss gefunden“ und zum Kommentar „Rücksicht nehmen“ vom 8. April. Wie, von CDU Stadtrat Kunzmann zur Wahl eröffnet, darf man in Nürtingen jetzt wieder „Klartext“ sprechen. Kein „Schönreden“, kein Vernebeln, und auch kein…

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