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Leserbriefe

Mehr Waffen schaffen keinen Frieden

07.06.2022 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Främke, Neckartailfingen. Zu den Leserbriefen „Lügen und brutale Unterdrückung“ und „Schon immer imperialistisch“ vom 21. Mai.

Krieg ist niemals eine Lösung. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden immer mehr und tödlichere Waffen produziert und eingesetzt, um Kriege zu führen, die niemals Frieden gebracht haben. Wir Alten wissen noch, welches Unheil damit angerichtet wurde zum Beispiel im Korea-Krieg, Vietnam, Irak, Libyen, Syrien, Jemen und 20 Jahre lang mit aktiver deutscher Beteiligung brutal und erfolglos in Afghanistan.

Aus der NATO als Verteidigungs-Bündnis wurde eine weltweite Kriegsmaschine, stets unter dem allmächtigen Ober-Kommando der USA. Obwohl nach der deutschen Wiedervereinigung wie vereinbart der „Warschauer Pakt“ aufgelöst wurde und auch die NATO nicht erweitert werden sollte, wurde kein Weg zum Frieden in der Welt gefunden. Russland wurde zum neuen Feindbild der NATO erklärt, weitere Staaten unter dem US-amerikanischen Atom-Schutzschirm vereint und die Ukraine als NATO-Ziel vorgesehen, um die Einkreisung der „bösen Russen“ zu vollenden. Russland hat mehrfach friedliche Lösungen angeboten, zu denen auch die Putin-Rede im Deutschen Bundestag 2001 gehörte, die mit großem Beifall unserer Abgeordneten bedacht wurde. Seit 2014 gibt es Krieg in der Ukraine, der jetzt von Putin beendet werden soll mit dem bewaffneten Einmarsch – eine falsche Entscheidung, denn Krieg bringt niemals eine Lösung für die Menschen.

Noch mehr Waffen können keinen Frieden schaffen. Mit „Wandel durch Annäherung“ haben Willy Brandt, Egon Bahr, Helmut Kohl und andere wahre Politiker viel erreicht. Das ist der Geist, den wir heute wieder brauchen. Das sollten auch die Leserbriefschreiber beachten, die immer noch fordern, dass die NATO-Ost-Erweiterung mit deutschen Waffen gefördert werden soll. Wie lange sollen die Menschen in der Ukraine noch leiden?

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