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Mehr Mut zu einer maskenfreien Zukunft

05.06.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Veronika Schneider, Nürtingen. Zum Artikel „Tschüss Handschlag!“ vom 18. Mai. In dem Artikel wird ein Zukunftsszenario dargestellt, das so noch nicht gesetzt ist und das meines Erachtens auch nicht notwendigerweise so gesetzt werden muss. Sehr kritisch sehe ich es, dass Annahmen als sogenannte Tatsachen erscheinen und dies auch noch mit einer „witzigen Aufmachung“ versehen wird.

Der Artikel lässt glauben, dass Regeln, die in der momentanen Situation gelten, auf Dauer gesetzt sind. Dies ist eine nicht zulässige Darstellung und erzeugt beim Lesenden Unsicherheiten und einen falschen Eindruck. Wenn man die aktuellen Zahlen betrachtet, gibt es durchaus eine Perspektive, dass die im Artikel geschilderten Regeln/Zustände wieder unnötig werden.

Zudem lässt der Artikel die Wahrscheinlichkeit der Ansteckungsgefahr außer Acht: So entbehrt zum Beispiel die Darstellung im Absatz Bewirtung jeglicher Grundlage, ist doch die Ansteckungsgefahr auf diesem Wege nur sehr marginal.

Dies gilt auch für die beiläufige Erwähnung, dass die Tage des Bargelds gezählt seien; dafür besteht aber zum einen aus hygienischer Sicht kein Grund, zum anderen ist das eine gefährliche Prognose: Jeder einzelne Bezahlvorgang wäre nachvollziehbar. Eine furchtbare Vorstellung!

Bezüglich der Ausbreitung von Corona werden verschiedenste Berechnungen durchgeführt. Nur: Eine Bilanz, wie viel akut Infizierte es tagesaktuell gibt, wird nicht erstellt. Warum? Wenn man diese Bilanz erstellt – also von der Gesamtzahl der bestätigten Fälle die Zahl der Genesenen sowie die der Sterbefälle abzieht und somit die Anzahl der Personen, bei denen überhaupt eine Möglichkeit besteht, dass sie andere anstecken könnten, erhält –, ergibt sich folgendes Ergebnis an akut Infizierten, Tendenz sinkend, Stand 2. Juni 2020 (Quelle: Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg, Landratsämter Esslingen und Bodenseekreis).

Baden-Württemberg (rund elf Millionen Einwohner): 1099 Infizierte; Landkreis Esslingen (rund 530 000 Einwohner): 64 Infizierte; Bodenseekreis (rund 210 000 Einwohner): ein Infizierter. Diese Bilanz ist meine Erachtens ein wichtiger Indikator, stellt die doch die Relation beziehungsweise das Ausmaß der Verbreitung konkret und anschaulich dar. Warum wird diese Zahl nicht für die Einschätzungen der Lage herangezogen und warum wird diese Zahl nirgends veröffentlicht?

Wir haben Grund dafür und sollten auch den Mut haben, eine nahe Zukunft zu denken und einzufordern, die von Rücksichtnahme geprägt ist, die aber ohne Schutzmasken, Adressenhinterlegungen in Gaststätten, Kirchen, Klassenteilungen in Schulen, und so weiter auskommt.

Leserbriefe

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