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Mehr Bauland erschließen

08.08.2007 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Roland Holpp, Neckartailfingen. Rund 250 bis über 400 Euro je Quadratmeter kostet Wohnbauland im Nürtinger Raum. Beträge, die Normalbürger und Familien mit Kindern ohne zusätzliche Ressourcen nicht mehr bezahlen können. So sitzen auch viele Gemeinden auf unverkäuflichem Bauland. Meines Erachtens sollte daher das Angebot nicht künstlich knapp gehalten werden, wie dies geschieht, indem man den Kommunen insgesamt die Flächen für neues Bauland rigoros beschneidet, sodass diese sich wiederum innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft gegenseitig um die Flächen balgen müssen. Ein Regionalrat sagte kürzlich, wenn man zu viel Bauland in der Region erschließe, würden die Bodenpreise fallen, und das könne man gegenüber den Grundstückseigentümern nicht verantworten. Da wird einem klar, dass da auch Absicht dahintersteckt.

Bauland wäre hierzulande genügend vorhanden. Anstatt ständig das Loblied auf die Streuobstwiesen zu singen, sollte man sich mal vor Augen halten, dass diese für viele nichts als Mühe, Plage und Kosten bedeuten. Wäre es nicht sinnvoller, volkswirtschaftlich weitgehend nutzlose Grünflächen, auch im Ortsbereich, einer Bebauung zuzuführen, anstatt wertvolles Ackerland im Tal, das nach wie vor der Hochwassergefahr ausgesetzt ist, zu vernichten? Umweltschutz hierzulande zieht global gesehen nämlich oft genau gegenteilige Auswirkungen nach sich. Bei Opferung auch nur eines Teils unserer Streuobstwiesen hätten wir, hoch bis zur Neckarsüdhangkante, nach dem Beispiel von Neckarhausen, Bauland ohne Ende. Und unser Streuobstwiesenpflichtanteil läge dann halt zwischen den Orten, wie derjenige von Neckarhausen auch. Ich weiß, derzeit ist dies eine utopische Vorstellung aber wahrscheinlich werden sie unsere Kinder und Enkel verwirklichen, wie so vieles, was die Altvorderen mit unumstößlichen Verboten belegten.

Zur Wohnqualität gehört aber nicht nur attraktives und bezahlbares Bauland. Zu einem Dorf am Fluss, wie Neckartailfingen im Heimatbuch beschrieben wird, gehört auch dessen Zugänglichkeit. Was erlebten wir aber hierzulande? Verbotstafeln entlang des extra angelegten linken Uferunterhaltungsweges, obwohl der Bevölkerung die Zugänglichkeit zum linken Neckarufer bei der Planung der B-297-Umfahrung zugesichert wurde. Und rechts wurden auch reizvolle Streckenabschnitte zugemacht. Traut man uns Dolfingern nicht mehr zu, uns am Neckar bewegen zu können, ohne gleich reinzufallen? So alt ich bin und weiß, ist hier im Neckar noch niemand ertrunken, außer absichtlich. Ich hoffe, dass im Zuge der überörtlichen Planungen Neckarpark Positives bewirkt wird. Ich weiß sehr wohl, dass es für alle diese Entwicklungen scheinbar unumstößliche rechtliche und sachliche Zwänge gibt oder gab aber was hindert uns daran, Entscheidungen aus der Vergangenheit auf den Prüfstand zu stellen?

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