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Laiblinstegbrückle muss offen bleiben

13.04.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Bärbel Heß, Nürtingen. Zum Artikel „Muss das Laiblinstegbrückle weichen?“ vom 9. April. Beim Lesen der Zeitung erfuhr ich zum ersten Mal, dass der Abriss der Fußgänger-/Radfahrerbrücke zwischen Gerberstraße und Laiblinstegstraße geplant ist. Es heißt, dass das Ansinnen „bei Anwohnern der Dammstraße auf Kritik“ stößt. Zu Recht, denn diese Brücke wird nicht nur von den Bewohnern der Damm- und Schwabstraße benutzt, sondern auch oft und gern von denen der angrenzenden Straßen Eichenweg, Bergäckerweg und unterer Lerchenberg sowie von sehr vielen Schülern des Hölderlin-Gymnasiums und der Waldorfschule. Die Einschätzung (wörtlich), „den kurzen Umweg übers Sennerbrückle oder die Brücke Werastraße halte der Bauausschuss für zumutbar“ zeugt von einer gewissen Ahnungslosigkeit.

Die Benutzer dieses Weges steuern oft die Ziele Post, Bahnhof oder Busbahnhof an, und wenn ich als Fußgänger mit einem Koffer zum Bahnhof oder Busbahnhof will, ist der Umweg schon beachtlich, ebenso für andere Leute, die schlecht laufen können. Ist mein Ziel die Innenstadt, habe ich als Fußgänger die Möglichkeit, die Bahnunterführung am Eichenweg zu benutzen, um auf dem kürzesten Weg das Sennerbrückle zu erreichen. Immer vorausgesetzt, dass ich gut zu Fuß bin und die Treppen kein Hindernis bilden. Anders sieht es aus für Fahrradfahrer und Mütter mit Kinderwagen. Den Tunnel kann man wegen der vielen Glasscherben und des steilen Auf- und Abganges am Eichenweg nicht benutzen. Als Fahrradfahrer muss ich entweder gleich auf der Straße fahren oder, von der Damm- beziehungsweise Schwabstraße kommend, vorschriftswidrig nach links abbiegen und die ohnehin enge Bahnunterführung und die durch parkende Autos ebenfalls eingeschränkte Gerberstraße passieren. Ein ziemlich gefährliches Unterfangen. Für Mütter mit Kinderwagen ist dieser Weg nur bedingt geeignet, weil der Fußweg in der Unterführung nur auf einer Seite benutzt werden kann und auch dort ziemlich schmal ist.

Es ist ein Trauerspiel, dass man eine laufend frequentierte Brücke erst so weit verkommen lässt, dass sie nur noch durch eine teure Sanierung gerettet werden kann. Dem Zeitungsartikel zufolge ist aber daran gar nicht gedacht, es ist ja auch nur eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer. Für eine Stadt, die sich damit schmückt, besonders bürgerfreundlich zu sein, ist diese Entscheidung nicht nachzuvollziehen, weil gerade diejenigen Bürger bestraft werden, die es mit der Umweltfreundlichkeit ernst nehmen und ihr Auto zu Hause stehen lassen.

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