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Leserbriefe

Krankheitszeichen der Gesellschaft

11.05.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dr. Valentin Schoplick, Schlaitdorf. Ein Sonntagsvergnügen: Eine Frühlingswanderung im schönen unteren Glemstal von Schwieberdingen nach Unterriexingen, Abschluss in einer Sportwirtschaft mit lokalem Wein und Gesprächen mit Einheimischen. Wegen Konfirmation leider keine Übertragung des VfB-Spiels. Anfahrt und Rückfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln (von Stuttgart aus). Ein einfaches Vergnügen ohne große Ausgaben.

In der sogenannten großen Welt aber geht es um ganz anderes. Steueroasen und Steuerhinterziehungen spielen da eine Rolle. – Wenn diejenigen, die wirklich bedürftig sind, sich kleine Unkorrektheiten leisten, habe ich dafür Verständnis. Aber warum müssen viele von denen, die alles haben, die in Villen an schönen Seen wohnen, die eine Menge teurer Flitzer vor ihrer Tür haben, weshalb müssen die auch noch Steuerbetrug begehen? Als Grund vermute ich, dass Geld für manche nicht mehr Mittel zum Zweck, sondern ein Wert an sich geworden ist. Das ist es, was Reichtum und Armut immer weiter auseinanderdriften lässt (die FDP will es nicht zugeben), und was irgendwann zur Vergiftung der Gesellschaft führen wird. Ich habe gelesen, dass in höheren Finanzkreisen der Geldbesitz das Kriterium der gegenseitigen und eigenen Wertschätzung sei. Das ist ein Krankheitszeichen der Gesellschaft. Und wegen des großen Geldes wird der Fußball, zumindest an der Spitze, langweilig.

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