Leserbriefe

Kontrollen ja, aber nicht mit Automaten

12.01.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Leonhard Pirson, Frickenhausen. Zum Leserbrief „Neuer Blitzer ist keine Abzocke“ vom 5. Januar. Dem möchte ich hinzufügen: Genau das nennt man dann „Überwachungsstaat“. Viel Spaß! Damit löst man keine Probleme. Derartiges hätte wohl nicht einmal der SED-Staat umzusetzen gewagt. Mir geht’s hier nicht ums Schönreden von Verkehrsrowdytum, sondern ich will darauf hinweisen, dass der neue Blitzer an der B 313 ein Verkehrsrisiko mehr darstellt.

Ich stimme mit der Verfasserin insofern überein, dass es an der Zeit ist, die Einhaltung von Regeln des Straßenverkehrs stärker einzufordern und auch mehr als derzeit zu ahnden. Aber dies bitte nicht mit hinterhältigen Automaten, sondern mit In-flagranti-Maßnahmen. Nur das zieht, sonst nichts, auch wenn teuer. Das wirkt sich langfristig dann auch positiv auf die in dieser Zeitung zuletzt beschriebene allgemeine Kriminalität aus. Mehr Polizei im Straßenbild, die auch wieder mal „kleinere Vergehen“ anspricht – das hilft gegen die beklagte Disziplinlosigkeit. Aber deswegen eine Kommune mit Blitzautomaten zu pflastern?

Es dürfte bekannt sein, wie schnell „Verkehrssünder“ ihren Führerschein los sind – eben nicht nur „Rowdies“, sondern auch „Normalos“. Wer wenig fährt, macht wenig Fehler; wer viel fährt, macht mehr – das liegt in der Natur der Sache, weil niemand perfekt ist. Und am Führerschein hängt bei nicht wenigen die berufliche Existenz!

Blitzautomaten helfen den chronisch klammen Staats- beziehungsweise Stadtkassen. Die Steuerquellen sprudeln aber schon, wie hinlänglich kommuniziert wird. Auch mögen Blitzer punktuell helfen, so an der richtigen Stelle montiert, die Verkehrssicherheit an ebendiesem Standort zu verbessern. Aber nur da – vor und nach dem Blitzer nicht mehr. Die beschriebene Säule am Ortsausgang beziehungsweise -eingang von Nürtingen ist jedenfalls nicht gut geplant. Sie bremst hier, vor allem in den Stoßzeiten, den Verkehrsabfluss aus Nürtingen in Richtung Stuttgart beziehungsweise den Durchsatz in Richtung Süden, verkürzt Abstände, erhöht das Unfallrisiko. Ein Minus an Sicherheit. Also doch montiert, um Geld einzusammeln?

Zwei Kilometer weiter nördlich in der Kurve der B 313 Richtung Kreuz Wendlingen installiert wäre sie sinnvoll, denn da wird’s schnell und mitunter gefährlich. Nur – wer kriegt dann die Einnahmen?

Leserbriefe

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