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Leserbriefe

Klischees veraltet?

29.01.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Elke Schaich, NT-Raidwangen. Zum Artikel „Frauen spielen exzessiv“ vom 21. Januar. Erstaunt entnehme ich dem Artikel auf der Seite „Computer aktuell“, dass Online-Spiele nach neuesten Studien einen aktiven und sozialen Lebenswandel begünstigen könnten und Spieler in der Regel gesünder sein sollen als der Durchschnittsbürger – mutmaßlich deshalb, weil sie ihre Abende nicht passiv vor dem Fernseher verbringen, sie daher weniger den Appetit steigernden Werbespots der Nahrungsmittelindustrie ausgesetzt sind und beim Spielen ohnehin kaum eine Hand frei haben um zu essen.

Da freue ich mich doch, dass sich endlich eine Alternative zum werbegetrommelten, kommunikationslosen Fernsehabend auftut: gesundes soziales Online-Gaming. Wer also an einer tatsächlich aktiven Gestaltung seiner Freizeit und Familienzeit durch Gespräche, Sport, Vereine, gemeinsame Hobbys und Ähnliches keinen Geschmack findet, wer wenig Energie auf seinen eigenen Geist und Körper verwenden will und auch auf Familienmahlzeiten keinen Wert legt, mag nun mit guten Gründen an der Online-Spielewelt Gefallen finden. Sporadisch und in Maßen genossen ist gegen das gelegentliche Abhängen in Online-Games auch nichts einzuwenden. Nur: uns diese Freizeitoption als gesund und sozial wertvoll verkaufen zu wollen ist dreist.

Dass Videospiel-Nutzer als gesünder deklariert wurden, lässt sich vermutlich eher dadurch erklären, dass die Spieler-Generation wesentlich jünger als der Altersdurchschnitt unserer Gesellschaft sein dürfte. Und die These, Computer-Onlinespiele förderten die soziale Komponente, lässt zwei Aspekte sträflich außer Betracht: Zum einen kostet jeder Ausflug in die virtuelle Welt exakt jene Zeit, die wir auch nutzen können, unser reales Leben zu gestalten und dort soziale Beziehungen zu pflegen. Zum anderen sollten wir nicht darüber hinwegsehen, dass ein nicht unerheblicher Teil der Kommunikation und Online-Communities an Spielen wie CS (Counterstrike) aufgehängt ist, deren Spielzweck, vereinfacht gesagt, „Morden im Rudel“ ist – eine Zeiterscheinung, über deren Sozialverträglichkeit sich trefflich streiten lässt.

Leserbriefe

Russland und der Westen

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