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Klimakrise: Wir sitzen alle in einem Boot

06.11.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Sem Schade, Wendlingen. Zu den Leserbriefen „Die Energiepreise steigen ins Uferlose“ und „CO2-Abkommen und Energiepreise“ vom 22. Oktober.

Die beiden Leserbriefschreiber haben schon wieder die Klimakrise und Energiewende gelöst – warum hört ihnen denn niemand zu? Vielleicht, weil ihnen die Sachverhalte zu komplex sind. Die Energiepreise steigen beispielsweise nicht, weil die große links-grüne Verschwörung das so will, sondern weil neben dem (völlig zu Recht) gestiegenen CO2-Preis auch der Gaspreis im Zuge erhöhten Verbrauchs und politischer Gegebenheiten um 300 Prozent gestiegen ist. Im Gegenteil: Der Anteil erneuerbarer Energien dämpft den durch fossile Brennstoffe ausgelösten Preisanstieg. Falls es den beiden Herren entgangen sein sollte: Kohle und Gas sind endlich und verknappen sich sowieso. Selbst wenn man also die Klimakrise verleugnet oder verharmlost, kommt man an der Energiewende nicht vorbei. Je länger wir damit warten, desto vielfach höher zahlen wir den Preis durch die extremer eintretende Klimakrise.

Da ist sich die Wissenschaft einig und Menschen als Gören zu bezeichnen, die für ihre Zukunft kämpfen und darauf aufmerksam machen, ist menschlich einfach nur abstoßend. Wie oft soll noch das Argument kommen, dass Deutschland „nur“ zwei Prozent der globalen Treibhausgasemissionen ausstößt? Bei nur einem Prozent der Erdbevölkerung ist das mehr als doppelt so viel, wie uns zusteht. China und Indien haben einen deutlich geringeren Pro-Kopf-Ausstoß als Deutschland. Die Historie mitgerechnet, die sogenannte Klimaschuld genannt, gehört Deutschland zu den Hauptakteuren der Klimakrise. Alles andere sind „Whataboutism“, fehlendes Verantwortungsbewusstsein und Egoismus.

Wir sitzen alle im gleichen Boot, das auf die Klippe zusteuert. Wir können jetzt alle mit dem Finger auf jemand anderen zeigen, oder wir fangen einfach alle an zu handeln. oder hören im Fall der beiden Leserbriefe wenigstens auf, diejenigen zu behindern, die etwas gegen die Katastrophe tun, weil sie ein paar Spritzer Wasser abbekommen.

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