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Klagende Anwohner wurden immer erhört

28.05.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Andreas Weißhaar, Nürtingen. Es war einmal eine Stadt. Diese lag an einem Fluss. Sie hatte viele Kindergärten, Schulen, Hochschulen und vieles Weitere, was das Herz sich wünscht. Auch ein verstreutes reichhaltiges Wohnungsangebot. In einem Punkt aber war die Lage mehr als misslich. Wer das Jugendalter verlassen hatte, nicht mehr ins Jugendhaus wollte und auch nicht jedes Mal in eine der näher liegenden größeren Städte zum Tanzen oder Ausgehen wollte, der hatte ein ziemliches Problem. Das Angebot war noch nie sehr reichhaltig gewesen. Aber nach und nach machten immer mehr Locations zu.

Die näheren Gründe spielen keine Rolle. Sie mögen alle ihre Richtigkeit haben oder eben auch nicht. Tatsache war, dass es kaum noch Möglichkeiten gab wegzugehen. Klagen über die Lautstärke von Anwohnern oder wem auch immer hatten Erfolg und wurden erhört. Konzessionen wurden verschärft. Dieser Zustand war in keiner Weise befriedigend. Bereits bei Planungen wurden spätere sich andeutende Nutzungskonflikte in Kauf genommen, und dann war die Überraschung groß, wenn es zu Klagen und Kontroversen kam. Aber wie sollte Abhilfe geschaffen werden? In dieser Stadt gab es an quasi jeder Stelle jemanden, der sich beschwerte. Es hatte immer jemand etwas zu melden. Dort war es nicht vorstellbar, dass es Städte gab, in denen es trotz Anwohnern Kneipen und Diskotheken gab; eine Koexistenz, das eine neben dem anderen. Ein gutes Beispiel dafür lag sogar in direkter Nachbarschaft und war der erbitterte Dauerrivale in jedem Punkt – Kirchheim. Hier war diese Stadt ihrer klosterhaften Konkurrentin meilenweit vorneweg

Ein weiteres Beispiel war das Dilemma einer der Hochschulen in dieser Stadt. Eine Location für die Semesterpartys zu finden war eine Herkulesaufgabe. Mit über 4000 Studenten waren nicht gerade wenige an dieser Akademie eingeschrieben. Die eine Örtlichkeit war für eine solche Anzahl nicht ausgelegt, die andere wurde für Einzelveranstaltungen nicht vergeben, die nächste durfte nur viermal im Jahr genutzt werden und so weiter. Diese Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen. Irgendwie wurde es trotzdem fast immer geschafft, noch etwas auf die Beine zu bekommen. Vielleicht war diese Stadt auch einfach nur ihrer Zeit voraus und hatte sich dem demografischen Wandel angepasst: ein Altersheim auf Lebenszeit. Manch einer war einfach nur froh, wenn er diese Stadt, trotz ihrer tollen Lage und ihrer sonstigen Vorzüge, nach Ende des Studiums wieder verlassen konnte. Ein Schelm, wer hier Ähnlichkeiten mit Nürtingen sieht.

Leserbriefe

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