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Leserbriefe

Kirchtürme und Minarette

19.12.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hans Haußmann, Wolfschlugen. Zum Artikel „Linksradikale attackieren Polizei und Kanzleramt“ vom 5. Dezember. Im Leitartikel legt Rainer Wehaus den Finger in die Wunde unserer sogenannten Demokratie, die „Kluft zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung“.

Wie recht er damit hat, zeigt sich in wunderbarer Weise gleich auf Seite 5 derselben Ausgabe derselben Zeitung. In riesigen Buchstaben steht da: „Es besteht keine Gefahr für das christliche Abendland“. Auch Professoren (ich bin nebenbei gesagt auch einer) schreiben manchmal Quatsch. Die historischen Daten mögen ja stimmen, aber was hat das mit der heutigen Bedeutung und der heutigen Wahrnehmung von Kirchtürmen und Minaretten zu tun? Und das hat wiederum ganz wenig mit der (tatsächlichen oder gefühlten) Gefahr einer Islamisierung des Abendlandes zu tun. Und dies hat wiederum ganz wenig mit dem Recht der Schweizer zu tun, zu bestimmen, was in ihrem Land gebaut wird und was nicht. Minarette sind gut, Kirchtürme sind böse – so weit treibt es dieser Autor im Grunde doch! Ist das nicht offensichtlicher Nonsens? Aber so muss man halt heute schreiben, wenn man „an verschiedenen Hochschulen in Deutschland“ lehren will. Sollte man die bösen Kirchtürme alle abreißen und durch die lieben Minarette ersetzen?

Die einzige wahre Demokratie in Europa ist die Schweiz. Ihre Bürger haben noch halbwegs die Chance, zu bestimmen, was in ihrem Land vorgeht. Die Italiener ja nicht mehr. Wegen einer einzigen Person soll in ganz Italien das Zeichen christlichen, gottesfürchtigen Lebens aus den Schulen verschwinden – so habe ich es wenigstens verstanden. Wohin sind wir gekommen? Das Gutmenschentum ist sehr schön, ich bin ganz dabei, aber wenn es bis zur Selbstkastration geht, dann sind doch Zweifel angebracht.

Wenn wir in Deutschland oder besser noch in ganz Europa auch Volksabstimmungen hätten, wäre manches anders. Wir hätten keinen so hohen Lebensstandard (sprich Luxuskonsum), keine so enorme Resourcenverschwendung, keinen so hohen CO2-Ausstoß und wir würden von den Terroristen nicht mit den Amerikanern in einen Topf geworfen. Katastrophen wie in Madrid oder London wären uns erspart geblieben. Und die Taliban würden uns glauben, dass wir nach der Befriedung des Landes restlos abziehen. Den Amerikanern glaubt das kein Mensch. Natürlich sollte es keine Volksabstimmung à la Edathy sein, der zwar für Volksabstimmungen ist, aber nur dann, wenn sie in sein Migranten-Weltbild passen. Als Halb-Inder hat er sich das schön zurechtgezimmert: Wenn man Minarette verbietet, verstößt man gegen die Religionsfreiheit und Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht und eine Volksabstimmung über ein Menschenrecht kann man nicht erlauben. „Das Volk ist der Souverän“ – ja oder nein?

Leserbriefe

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