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Leserbriefe

Kirche verhöhnt die Corona-Geschädigten

09.12.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jürgen Müller, Nürtingen. Zum Artikel „Evangelische Kirche denkt an Sparen ohne Tabus“ vom 30. November. Dass die Evangelische Kirche – so wie die Katholische Kirche auch – ihre Gemeinden finanziell an der kurzen Leine führt ist nichts Neues. Daran hat man sich im Laufe der Jahrhunderte schon gewöhnt. Aber was in diesem Artikel zu lesen ist zeigt, dass sich die Kirche selbst in Corona-Zeiten nicht zu schade ist, auf die finanzielle Tränendrüse zu drücken, um vielleicht doch noch ein paar Spenden mehr von alten und meist armen Gemeindemitgliedern zu erhaschen. Zehn Prozent Rückgang der Steuergelder im Jahr 2020 durch Corona. Jetzt muss vielleicht am Beamtenstatus der Pfarrer gerüttelt werden. Oh je, oh je. So weit ist der Vorsitzende vom Finanzausschuss der Landessynode von der Wirklichkeit entfernt, dass er nicht bemerkt, wie er die Arbeitslosen, Künstler, Gastwirte und alle anderen Corona-Geschädigten verhöhnt.

Die zweitreichste Organisation in Deutschland mit unermesslichen Gewinnen kommt wegen Corona an ihre finanziellen Grenzen. Über nur zehn Prozent weniger Einnahmen würden die Unternehmen und Mitarbeiter der Corona-Verlierer nur lachen. Bei diesen geht es um die nackte Existenz! Und in der Reihenfolge der schrecklichen Folgen für die Landeskirche steht ganz oben der eventuelle Verlust des Beamtenstatus für Pfarrer.

Das ist doppelt zynisch. Zum einen, weil die Männer und Frauen an der Basis ihr Bestes geben und nun Opfer bringen sollen. Zum anderen aber auch, weil es sowieso nicht selbstverständlich ist, dass religiöse Organisationen den Status einer öffentlich-rechtlichen Einrichtung mit Beamtenstatus und Kirchensteuer innehaben. Zum Beispiel nicht in Frankreich, England, Niederlande, Polen . . .  Es gibt in Deutschland viele, die wirklich durch die Pandemie an ihre finanziellen Grenzen kommen oder schon darüber hinaus in echte Not gekommen sind. Und es werden noch mehr werden. Aber die Evangelische Landeskirche und die Diözese Rottenburg gehören nicht dazu.

Leserbriefe

Nawalny und das russische Volk

Hartmut Schewe, Aichtal-Neuenhaus. Zum Leserbrief „Der besondere Blick auf Putin“ vom 11. Januar. Ei, was ist er doch für ein Tausendsassa, der „gute Russe Nawalny“. Russische „Gönner“ bezahlen seine Behandlung in Berlin. Welcher Art die wohl sind? 30 000 Dollar investiert er (woher kommt das…

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