Leserbriefe

Kindern Zuneigung geben

17.03.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Gabriele Klink, Nürtingen. Zum Amoklauf von Winnenden und Wendlingen. Präventionsdebatten und Ursachenforschung laufen seit Jahren in allen Medien. Nicht nur bekannte Gehirnforscher wie die Neurobiologen Hüther und Spitzer (beide waren auch schon in Nürtingen) appellieren an alle Verantwortlichen, Kinder ernst zu nehmen, ihr Vertrauen und Verantwortungsgefühl zu steigern, sie lieb zu haben und dies spürbar zu zeigen, Gefühle zuzulassen und zu akzeptieren und insbesondere die Dosis an Bildschirmmedien so gering wie möglich zu halten.

Sprachlose Eltern, alleingelassene Kinder mit der Flut an Medienbildern und Ängsten findet man auch schon bei ganz jungen Kindern in der Vorschule. Die schrecklichen Bilder können auch Vorschulkinder nicht verarbeiten. Nur wenige Eltern haben ihre Kinder beim Konsum der Bilderflut liebevoll in die Arme genommen, mit ihnen das Entsetzliche besprochen.

Zu viele Kinder werden mit den brennenden Fragen und Ängsten alleingelassen. Auch in unserer Einrichtung, der Grundschulförderklasse Oberensingen, spüren wir dies. Es macht nachdenklich, wenn Eltern diese Verantwortung nicht wahrnehmen. Viel zu viele Kinder kommen statt mit einem Frühstück im Bauch mit bereits morgens genossenen Fernsehbildern in die Einrichtung. In diesen Tagen ist ein Anstieg an Aggressionsbereitschaft spürbar. Im Freispiel nehmen Pistolen bauen, Schießen und Sätze wie „Ich bin der Bestimmer und du bist jetzt tot“ zu.

Dem setzen wir neben der fast täglichen Sozialkonferenz in der Gruppe den Friedenskreis mit Lichtern entgegen. Ängste aussprechen, Lösungen formulieren, Mitleid ausdrücken, Wünsche für eine friedlichere Zukunft bis hin zum Formulieren von kleinen Fürbitten hilft den Kindern, ihren Albträumen und ihrer Furcht davor, in die Schule zu gehen, zu begegnen. Kinder wünschen sich von ganzem Herzen Frieden. Unterstützen wir sie darin, schenken ihnen unsere Zeit und Raum, Wärme und Zuneigung und hören ihnen ganz genau zu. Viele Botschaften benötigen außerdem ein Zwischen-den-Zeilen-Hören. Ein Appell an alle, die Kinder begleiten, ganz besonders an die Eltern.

Das Wichtigste und Wertvollste, das wir haben, sind unsere Kinder. Sie sind unsere Zukunft. Wer hindert uns daran, ihnen mehr Zeit und Zuneigung zu schenken?

Leserbriefe

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