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Leserbriefe

Kinderarmut

03.04.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jochen Findeisen, Schlaitdorf, Pressesprecher Linke-Kreisverband Esslingen. Zum Tagesthema „Stopp“ vom 16. März. Ich findet es empörend, wenn die Politik vom Bundespräsidenten zur ordnungsgemäßen Erfüllung ihrer Aufgaben ermahnt werden muss. Die Große Koalition hat jede gestalterische Fähigkeit verloren und beschränkt sich darauf, das Publikum zu unterhalten und in dem Irrglauben zu wiegen, alles ließe sich schnell, effizient und ohne großen Aufwand durch neue Gesetze lösen. Kinderpornographie ist verabscheuungswürdig.

Frau von der Leyen macht es sich zu einfach, wenn sie dem Publikum glauben macht, das Problem wäre mit der Sperre einiger Internetseiten zu lösen. Wie derartige Sperren umgangen werden, weiß heute jeder Schulbub! Jedes vierte Kind in Deutschland unter 15 Jahren lebt in Armut. Nach Mitteilung des Kinderschutzbundes werden in naher Zukunft fünf Millionen „arme“ Kinder bei uns leben. Hier sehen wir primär Handlungsbedarf und fordern eine „bedarfsorientierte Kindergrundsicherung“. Kinder von Geringverdienern erhalten einen Kinderzuschlag. Den jetzigen Kinderzuschlag von maximal 140 Euro wollen wir auf 200 Euro pro Kind, für die über 14-Jährigen auf 270 Euro erhöhen.

Die schrecklichen Ereignisse von Winnenden und Wendlingen waren Anlass für manche Politiker, sich mit Forderungen in Szene zu setzen, die bei solchen Anlässen schon zu ihrem „Standardprogramm“ gehören. Ein Verbot von Killerspielen müsste nicht diskutiert werden, wenn Eltern genug Zeit und materielle Sicherheit hätten, um sich ausreichend um ihre Kinder zu kümmern. Wir fordern eine Verkürzung der Arbeitszeiten und gesetzliche Mindestlöhne in Höhe von 8 Euro.

Die populistische Forderung schließlich, privaten Waffenbesitz zu erschweren, hört sich seltsam an aus dem Munde von Politikern, die zugelassen haben, dass Deutschland der drittgrößte Rüstungsexporteur der Welt wurde. Niemand fragte da, ob die exportierten Waffen auch „sicher“ verwahrt werden. Unsere Politiker schickten schwer bewaffnete Soldaten nach Afghanistan. Niemand kam auf die Idee, für die zivilen Opfer dieses Militäreinsatzes ans Geschmacklose grenzende Riesentrauerfeiern zu veranstalten. Wir fordern einen Stopp der Rüstungsexporte und Abzug unserer Soldaten aus Afghanistan.

Leserbriefe

Kuckuckseier vom Nürtinger Osterhasen

Egon Eigenthaler, NT-Oberensingen. Zum Artikel „Galgenbergpark: Kompromiss gefunden“ und zum Kommentar „Rücksicht nehmen“ vom 8. April. Wie, von CDU Stadtrat Kunzmann zur Wahl eröffnet, darf man in Nürtingen jetzt wieder „Klartext“ sprechen. Kein „Schönreden“, kein Vernebeln, und auch kein…

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