Schwerpunkte

Leserbriefe

Keine gute Perspektive für Pflegebedürftige

03.04.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jürgen Groschupp, Großbettlingen. Zum Artikel „Eine Perspektive für das Seniorenheim“ vom 24. März. Im Fokus stand die in der Nähe liegende 380-kV-Hochspannungsleitung (380 000 Volt). Hierzu ist anzumerken: Im Februar 2019 erstellte die LBBW Immobilien Kommunalentwicklung (KE) eine Flächenanalyse zur Wohngebietsentwicklung in Großbettlingen. Thematisiert wurden mögliche „Lärmkonflikte mit den Sportanlagen“, die ein „Lärmgutachten erforderlich“ machen würden; ebenso durch den Straßenverkehr der nahe gelegenen K 1231. Aber auch die Hochspannungsleitung sei zu berücksichtigen. Denn diese verursachen je nach Witterungslage Lärm durch sogenannte Korona-Geräusche. „Aufgrund der Umweltbelange, der Lage gegenüber dem Schul- und Sportzentrum und der 110 kV-Leitung wird von einer Bebauung abgeraten“, wurde dort festgehalten.

Aber: Es handelt sich dort nicht – wie in der damaligen Untersuchung angeführt – um eine 110-kV-, sondern um eine 380-kV-Leitung. Ungeachtet der 2019 von der KE angeführten Negativeinflüsse soll jetzt dort gebaut und pflegebedürftige, betagte Menschen untergebracht werden. Doch nun gilt es zu beachten: Im Gegensatz zu elektromagnetischen Wellen wie denen des Mobilfunks sind magnetische Wechselfelder der 380-kV-Leitung wegen eines sehr hohen baulichen Aufwandes baulich nicht realistisch abschirmbar, so meine Recherche. In Räumen der Bewohner werden nun Fenster vorgesehen, die von den Pflegebedürftigen nicht geöffnet werden können.

Die magnetischen Emissionen der Leitung wird die Gebäudehülle aber nicht abhalten können! Denn dazu schreibt das Bundesamt für Strahlenschutz: „Magnetische Felder treten bei Freileitungen und Erdkabeln auf. Sie werden durch das Erdreich oder durch Baumaterialien nicht abgeschirmt und dringen daher in Gebäude und auch in den menschlichen Körper ein.“ Im Pflegeheim werden vermutlich auch Menschen mit Herzschrittmachern und Defibrillatoren wohnen. Seriöse Quellen, zum Beispiel das Deutsche Ärzteblatt und die Weltgesundheitsorganisation, warnen seit vielen Jahren vor diesen Leitungen in der Nähe solcher Menschen mit ständigem Aufenthalt. Für diese Standortwahl fehlt mir jedes Verständnis.

Leserbriefe

Die Konsequenzen bleiben nicht aus

Reinmar Wipper, NT-Roßdorf. Zu den Artikeln „Das andere Abitur“ und „Abitur in Ausnahmezeit der Pandemie“ vom 3. Mai. Seit Corona übertreffen sich Politiker und Medien sowie etwa 50 Millionen Virologen, Statistiker und Propheten darin, diese Krise gesund und zu einem guten Ende zu beten. Im…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe