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Johanneskirche und kein Fusionsvertrag

19.07.2017 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Klaus-Dieter Tempel, NT-Neckarhausen. Zum Artikel „Freundeskreis der Johanneskirche zieht sich zurück“ vom 5. Juli. Obwohl der Vorsitzende des Wendlinger Kirchengemeinderats, Herr Class, mich Anfang des Jahres dazu aufgefordert hatte, mich aus den Angelegenheiten der Wendlinger Kirchengemeinde herauszuhalten, kann ich mich als Mitglied des Freundeskreises der Johanneskirche nicht daran halten. Es war zu erwarten, dass der Freundeskreis nach vier Jahren Einsatz für die Kirche resignieren und aufgeben wird.

In einer Mischung aus Arroganz und Machtgefühl hat der Kirchengemeinderat alle Vorschläge des Freundeskreises zurückgewiesen, die unter Erhalt der Kirche die Pläne für ein neues Gemeindezentrum realisierbar gemacht hätten. Stattdessen wurde darauf bestanden, dass die Kirche weg muss. Angeblich sei ihr Erhalt zu teuer. Ich bezeichne das als Zwecklüge. Der Abriss und die Neubaukosten werden ein Vielfaches dessen erfordern, was ein jahrelanger Erhalt benötigen würde. Um zu demonstrieren, dass Wendlingen auch mit einer Kirche leben kann, findet schon längst sonntäglich nur ein Gottesdienst statt. Meist in der Eusebiuskirche. Doch welchen Grund soll ein Unterboihinger haben, diese Kirche zu besuchen? Er muss sowieso mit dem Auto fahren. Dann kann er auch gleich einen Nachbarort aufsuchen, falls er überhaupt noch mit der Kirche etwas zu tun haben will.

Mit der Zerstörung einer Kirche geht auch ein Stück der unsichtbaren Kirche Jesu Christi verloren. Immerhin gab es schon 2013 über 1400 Unterschriften für den Erhalt und beim Bürgerbegehren im November 2016 gab es über 1700 Stimmen, die die Kommune in die Pflicht nehmen wollten für den Erhalt. Eine deutliche Mehrheit gegenüber den Nein-Stimmen.

Was mich besonders stört ist die Tatsache, dass es keinen Fusionsvertrag gibt, in dem das künftige Schicksal der Johanneskirche festgeschrieben ist. Es gibt nur Absprachen, wie mir Herr Class bestätigt hat. Deshalb frage ich mich, ob die Fusion überhaupt einen Rechtsstatus hat. Und das Verhalten des Kirchengemeinderats ist ein Musterbeispiel für ein scheindemokratisches Gebaren. Sind sie einmal gewählt, vergessen die Mandatsträger, dass sie den Auftrag haben, die Interessen der Wählerinnen und Wähler umzusetzen. Jeden noch so unsinnigen Beschluss halten sie dann für legitimiert. Den Mitgliedern des Freundeskreises und allen Freunden der Johanneskirche sei herzlich gedankt für ihren Einsatz.

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