Leserbriefe

Investitionen in moderne Infrastruktur

06.11.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Walter Günther, Neckartailfingen. Baden-Württemberg zahlt Jahr für Jahr Milliarden in den Länderfinanzausgleich. Jetzt endlich investieren Bund und Bahn bei uns im Südwesten und tragen den weitaus überwiegenden Teil der Gesamtkosten für S 21. Das Land Baden-Württemberg bekommt für eine Eigenbeteiligung von 1,7 Milliarden – das ist weniger, als wir jedes Jahr für den Länderfinanzausgleich zahlen – modernste Infrastruktur. Ivo Gönner, Sozialdemokrat und Ulmer OB, ist der Meinung, dass ein Baustopp bedeuten würde, dass wir 30 Jahre zurückgeworfen und das Geld in Verkehrsprojekte anderer Bundesländer fließen würde.

Joachim Gauck hat dazu gesagt: „Diese Entscheidung jetzt nicht zu vollziehen, wäre fast eine Straftat. Politiker, die jetzt Nein sagen, die könnte man nicht mehr ernst nehmen.“

In Baden-Württemberg wurde schon immer Technikgeschichte geschrieben. Das hat uns neben Bayern und Hessen weltweit bekannt gemacht. Jeder Durchgangsbahnhof hat Vorteile gegenüber einem Kopfbahnhof – auch der Regionalverkehr profitiert davon. Selbst OB Palmer könnte heute schon bei diesem Projekt von Tübingen zum Flughafen/Messe in 35 Minuten fahren (derzeit 64 Minuten) und vom Flughafen zum Hauptbahnhof in acht Minuten.

Für die zu fällenden Bäume werden 293 Bäume bis zwölf Meter Höhe gepflanzt. Doch viel wichtiger: mit S 21 werden rund 5000 neue Bäume auf den frei werdenden Flächen gepflanzt. Eigentlich ein Programm für die Grünen wie aus dem Bilderbuch. Aber die Grünen verleugnen ja ihre eigenen Prinzipien: Schon immer wollten sie, dass mehr Bahn gefahren wird. Schon immer waren sie für mehr Grünflächen mit Bäumen. Schon immer sollten mehr Gleise untertunnelt werden. Warum jetzt nicht mehr? Außer Demonstrationen gibt es seitens der Grünen leider keine neuen innovativen Ideen.

Meine Frau und unsere erwachsenen Kinder und ich haben demonstriert für den Erhalt von Ackerland – bei steigender Weltbevölkerung – im Großen Forst oder gegen die zweite Startbahn – weil das Sinn machte. Wer jedoch gegen den Ausbau der Schiene ist, muss erklären, wie und wo er sich in Zukunft in Baden-Württemberg noch bewegen will. Wie soll man sich noch besser artikulieren als mit dem Schlager: „Wien, Wien nur du allein, du sollst die Stadt meiner Träume sein.“

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