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Hoffentlich ist bald Schluss mit S 21

15.12.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „Schmiedel: S 21-Ausstieg kostet Bahn 3 Milliarden“ vom 10. Dezember. In dem Artikel erklärt der SPD-Fraktionsführer „Pi mal Daumen“, dass die Bahn bei dem jetzt wahrscheinlichen Ausstieg aus S 21 Milliarden „für nichts geben muss“. Diese „Daumen-Zahl“ ist genauso falsch wie die „1,5-Milliarden-Kostenlüge“, die bei der Volksabstimmung auf teuren, von der Region finanzierten Plakaten verbreitet wurde. 100 Millionen will die Region für S 21 in zehn Jahren zuschießen. Daran sind die Steuerzahler in jeder Gemeinde beteiligt: Neckartailfingen zum Beispiel mit insgesamt 128 500 Euro und Nürtingen sogar mit 1 400 780 Euro. Mit dem möglichen Ende von S 21 sind das natürlich willkommene Geld-Geschenke für die Gemeindekassen. In der ganzen Region könnten endlich Aufgaben erfüllt werden, die bisher wegen S 21 zurückstehen mussten.

Realistische Ausstiegskosten wurden von den „Ingenieuren22“ und der „Märkischen Revision“ schon zur Volksabstimmung mit circa 350 Millionen ermittelt. Jetzt werden 400 Millionen angenommen, weil schon viele der Fehlplanungen der Bahn und die Zerstörungen am Bahnhof und im Park zusätzliche Kosten verursacht haben. Bei den voreilig vergebenen Aufträgen für Tunnel et cetera wird die Bahn sicherlich Klauseln eingebaut haben, die unsinnige Zahlungen vermeiden. Wenn nicht, muss die Bahn dafür aufkommen. Aber das zahlen dann allerdings auch wieder die Steuerzahler. Ein wirklich dicker Brocken für die Bahn sind die Gleisgrundstücke, die von dem Stuttgarter OB Schuster so großzügig schon vor Jahren bezahlt wurden. Mit der vertraglich vereinbarten Verzinsung, auf die bisher verzichtet wurde, muss die Bahn circa 750 Millionen an Stuttgart zurückzahlen. Ein warmer Regen für die Stadt, auf den gerade in Stuttgart viele Menschen warten. Aber für Grube, Kefer und ganz viele weitere Vorstände der Bahn eine „Katastrophe“, denn die Bilanz wird schlechter und die Vorstands-Boni werden deutlich geringer. Hoffentlich ist bald Schluss mit S 21, damit nicht weitere Milliarden „für nichts“ vergeudet werden, um noch einmal Herrn Schmiedel zu zitieren.

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