Leserbriefe

Hochwasserschutz im Tiefenbachtal

21.05.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Manfred Speidel, Nürtingen. Zum Artikel „Gegen Sperrwehr im Tiefenbachtal“ vom 11. Mai. Die im Bereich des geplanten Dammes und der Einstauflächen landwirtschaftlichen Acker- und Wiesenflächen sind von existentieller Bedeutung insbesondere für die Futtergewinnung der dort angesiedelten Betriebe und Pferdehaltungsbetriebe. In der ganzen Talaue vorhandene baumlose und daher kostengünstig zu bewirtschaftende Acker- und Wiesenflächen stellen unverzichtbare Grundlagen für die Betriebe dar. Deshalb ist nicht nachvollziehbar, dass durch den geplanten Damm wiederum landwirtschaftlich genutzte Flächen zerschnitten, zerstückelt und den Betrieben entzogen werden sollen.

Ein weiterer gravierender Nachteil entsteht beim Einstau der vorgesehenen Flächen durch erheblich Sediment führende Wassermengen. Die Ablagerungen behindern, verhindern beziehungsweise vernichten je nach Vegetationsperiode den Pflanzenanbau oder den notwendigen Futterertrag eventuell mehrjährig! Die dadurch notwendige Reinigung der zuvor überfluteten landwirtschaftlichen Flächen und der Nutzungsausfall gehen selbstverständlich zu Lasten der Stadt Nürtingen. Die Nutzung der landwirtschaftlichen Betriebsgebäude wird in unzumutbarem Maße eingeschränkt, verhindert oder ganz entzogen. Diese Einschränkungen sind für die landwirtschaftlichen Betriebe existenzbedrohend und nicht zu verantworten. Nach dem vorliegenden Gutachten ist schon ein Einstau des geplanten Rückhaltebeckens bei einem kleineren Hochwasser vorgesehen. Dies bedeutet, dass im Durchschnitt mindestens alle fünf Jahre Teile der landwirtschaftlichen Flächen überflutet und verschmutzt werden und nicht wie behauptet ab zwanzig- bis hundertjährigem Hochwasser. Auch Landwirtschaft schafft Arbeitsplätze!

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