Leserbriefe

Grube-Abfindung und Hartz 4

29.03.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum „Hohe Abfindung für Ex-Bahn-Chef“, vom 17. März. Der neue CDU-GroKo-Gesundheitsminister Jens Spahn mit seiner reichen Erfahrung als Lobbyist der Pharmaindustrie hat die bedrückende Diskussion über die Tafelläden auf seine besondere Art „bereichert“ mit der Bemerkung, dass 416-Hartz-4-Euro das sind, „was man zum Leben braucht“. Die 60 000 ehrenamtlichen Helfer in den 934 Tafeln und ihre 1,5 Millionen bedürftigen Menschen als Kunden werden wohl kaum Verständnis für diese wenig hilfreichen ersten „Lebenszeichen“ aus der neuen „Weiter-so-GroKo“ haben. Passend dazu gibt es am 17. März in der Nürtinger Zeitung den entlarvenden Artikel über Rüdiger Grube „Hohe Abfindung für Ex-Bahn-Chef“. Thomas Wüpper schreibt: „Insgesamt zahlte die bundeseigene Deutsche Bahn AG für nur noch 30 Tage Amtszeit im Jahr 2017 die stolze Summe von 2,3 Millionen Euro an ihren früheren Topmanager“. Das sind pro „Rüdiger-Grube-Bahn-Arbeitstag“ unglaubliche 76 666 Euro – eine Summe, die auch bei Matthias Gastel, dem Bahnexperten der Grünen im Bundestag, auf scharfe Kritik stößt – Zitat: „Es ist kein Wunder, dass die Kritik an Politikern und Managern immer heftiger wird, wenn solche irrwitzigen Summen als Abfindungen bezahlt werden.“

Eine Anfrage dazu an die GroKo-Regierung wird von ihm vorbereitet. Umstrittene Bahnchefs wie Rüdiger Grube haben in Stuttgart ein besonderes Chaos hinterlassen mit Stuttgart 21, denn jetzt soll das ebenfalls höchst umstrittene S21 schon 8,2 Milliarden Steuergeld kosten und erst 2025 fertig werden – vielleicht auch nie bei all den ungelösten Bauproblemen. Aber diese Fehlleistung des Ex-Bahnchefs wird noch einmal honoriert mit 2,3 Millionen Steuergeld – CDU-Spahn würde voller Verständnis sagen: „Was man zum Leben so braucht“.

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