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Gentechnik auf den Teller?

17.09.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Lothar Roß, Aichtal-Neuenhaus. Zum Artikel „Kontrollen werden verschärft“ vom 11. September. Nach dem Genreisskandal vor zwei Jahren erreicht uns jetzt also der nächste mit gentechnisch verändertem Leinsamen. Dieser Leinsamen darf seit 2001 in Kanada nicht mehr angebaut werden und trotzdem verseucht er 2009 unsere Lebensmittel in Europa. Deutlicher kann man wohl kaum zeigen, dass die Behauptungen von Politikern und sogenannten Wissenschaftlern: „Koexistenz von Gentechnik und konventioneller oder gar Bio-Landwirtschaft ist möglich“, nichts als hohles Geschwätz sind. Sobald Gentechnik einmal in die Natur freigesetzt wurde, ist sie nicht mehr kontrollierbar: Der Geist ist aus der Flasche. Da tröstet uns doch, dass Minister Hauk vermutet, dass keine gesundheitliche Gefahr für die Bevölkerung besteht (gab es eigentlich schon einen Skandal, bei dem diese Gefahr bestand?).

Ob zum Beispiel die rasante Zunahme von Allergien in USA mit Gentechnik in Lebensmitteln zusammenhängt, lässt sich gar nicht feststellen, da Monsanto, in trauter Zusammenarbeit mit den Behörden, erfolgreich dafür sorgt, dass keinerlei Kennzeichnung von Nahrungsmitteln zugelassen wird. Wenn keine Studien darüber möglich sind, gibt es also auch keine gesundheitlichen Gefahren, so einfach ist das. Dies alles hält aber weder deutsche noch EU-Politiker davon ab, die von den Agrokonzernen vorformulierten Beschwichtigungen „alles nicht so schlimm“ nachzuplappern.

Jeder Wähler sollte sich vor dem kommenden Wahlsonntag fragen, ob er in Zukunft noch selbst entscheiden möchte, ob Gentechnik auf seinen Teller kommt, oder ob die Agrokonzerne ihm diese Entscheidung abnehmen; Gelb-Schwarz bietet eine gute Chance für die zweite Version. Auf der Gentechnikkundgebung in Ulm am Sonntag zeigten mehrere tausend Teilnehmer den Politikern lautstark, dass sie keine Gentechnik wollen. Frau Schavan machte dabei wieder einmal deutlich, dass sie auf den Willen der Wähler pfeift, die FDP hatte von vorneherein gekniffen. Es bleibt zu hoffen, dass die Wähler in zwei Wochen solchen Politikern die Rechnung präsentieren.

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