Leserbriefe

Gemeinsame Schulzeit

16.03.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Gerd Lichtenauer, Großbettlingen. Zum Artikel „Aktionsbündnis will ,Einheitsschule‘ verhindern“ vom 11. März. Ich habe selten solch einen Unsinn gehört, wie ihn die Vertreter des sogenannten „Aktionsbündnisses“ vor der Presse verkündet haben. Es beginnt damit, dass sie sich gegen etwas wehren, was bei uns im Lande niemand fordert. Niemand möchte die Realschulen, Gymnasien und Beruflichen Schulen abschaffen. Niemand fordert eine Einheitsschule.

Was der Vertreter des Philologenverbandes befürchtet, nämlich ein Anwachsen der Privatschulen, haben wir schon längst. Aber nicht, weil jemand das dreigliedrige Schulsystem anficht, sondern weil das Land nicht in der Lage ist, seine Schulen mit dem notwendigen Personal auszustatten.

Wenn die Vertreterin des Realschullehrerverbandes es beklagt, dass es in der vierjährigen Grundschule schon Kinder mit einem Lernrückstand von zwei Jahren gibt, dann würde dies die weiterführenden Schulen ja nur belasten, wenn die besseren Schüler darunter leiden müssten. Erfahrungsgemäß orientiert sich der Unterricht aber an eben diesen besseren Schülern. Wie sonst wäre das ununterbrochene Anwachsen der Schülerzahlen an Realschulen und Gymnasien zu erklären. Konsequenterweise müsste die Realschulvertreterin eigentlich für eine Abschaffung der gemeinsamen Schulzeit plädieren und grundsätzlich eine Dreiklassenschule fordern.

Wenn der Vertreter des Berufsschullehrerverbandes davon spricht, das gegenwärtige Schulsystem erfülle seinen Auftrag vorbildlich, dann setzt er sich einfach über alle aktuellen vergleichenden Untersuchungen hinweg. Ich lese an anderer Stelle immer, dass immer mehr Berufsanfänger große Defizite in den Kulturtechniken haben, dass vielen die allgemeine Ausbildungsreife fehlt und dass deswegen von vornherein schon viele überhaupt keinen Ausbildungsplatz erhalten. Konkrete Beispiele sind mir genügend bekannt.

Viele Länder führen uns vor, dass eine verlängerte Grundschulzeit zu besseren Ergebnissen führt als das System in Baden-Württemberg. Ein Letztes noch: Wohin es führt, wenn man Leute mit Hirn bevorzugt und dabei vernachlässigt, dass unsere Gesellschaft auch Herz braucht, zeigt die gegenwärtige Weltwirtschaftskrise.

Leserbriefe

Frauenrechte sind Menschenrechte

Ursula Funkenweh, Neuffen. Zum Artikel „Feministinnen, lasst die Frauen in Ruhe!“ vom 8. März. „Frauenrechtlerinnen kämpfen um Aufmerksamkeit – aber nicht mehr für die Sache der Frau“, so lautete die steile These der Redakteurin. Eine Ohrfeige für alle Frauen, die sich einsetzen für…

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