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Gedanken über die Menschen in Heimen

02.05.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Inge Schall, Neuffen. Zum Artikel „Horrorzustände in Altenpflegeheim“ vom 20. April. Was da in diesem kanadischen Pflegeheim passiert ist, dafür gibt es keine Worte. Aber, wenn man wie ich seit über 22 Jahren in einem Haus in Neuffen ein und aus gegangen ist, kann ich auch etwas dazu sagen. Vor unserer Pflege und Betreuung sowie auch Beschäftigung, vor unserer Heimleitung, ziehe ich jeden Tag den Hut. Das was wir in unserem Heim an Aktivitäten geboten haben, und jetzt in dem kleinen Rahmen, nur ausgebremst durch Corona, bieten, finde ich nach wie vor unglaublich. Manchmal dachte ich, fast zu viel.

Auch für dieses Jahr hatten wir schon hunderte Ideen. So wie andere Leute in ihrem normalen, gesunden Leben auch. Tausendmal in den vielen Jahren dachte ich – manche alte Menschen sind jetzt wirklich ganz alleine zu Hause. Warten, vielleicht kommt ja jemand vorbei. Unsere Leute nicht. Sie erlebten sogar Dinge, die sie vorher nie erlebt hatten. Nun ist alles vorbei, aber eben so, wie bei uns normalen, gesunden Menschen eben auch. Trotz allem weiß ich, dass bei uns nach wie vor alles Menschenmögliche für unsere „alten Leutchen“ – so sagte ich immer – getan wird, um ihnen in dieser schweren Zeit zu helfen. Bei ihnen wird noch immer vorgelesen, gesungen, Gymnastik gemacht. Auch ich kann jetzt nicht zu ihnen gehen (wann wieder?), denn ich gehöre ja auch der Risikogruppe (78 Jahre alt) an. Sie fehlen mir so unendlich, sie sind, nach meiner Familie, meine zweite Liebe. Dass auch ich ihnen fehle, weiß ich. Aber so, wie ich sie ja nicht besuchen kann, so geht es ja auch in den Familien. Meine Enkel, meine Urenkel – wann wieder?

Deshalb meine Gedanken, auch wenn ich kein Psychologe oder Arzt bin. Ich finde es nicht richtig, wenn Altenheime wieder für Besuch geöffnet werden. Denn die alten Leute sind ja geschützt, solange der Virus nicht von außen, durch Pflegekräfte, Betreuung oder Besuch hereingetragen wird. Ich bin mir sicher, dass unsere Heimleitung, samt allen Pflegekräften, das Beste für unsere Bewohner entscheiden wird.

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