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Gedanken über das Wohnen im Alter

12.12.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Lydia Hofstadt, Erkenbrechtsweiler. Zur „Seite zum Wochenende“ vom 5. Dezember. Die Betrachtungsweise der einzelnen Mitglieder der Seniorenredaktion über das, was uns am Ende unseres Lebens erwartet, hat mich nachdenklich gemacht und ich war erstaunt, dass die einzige Frau im Team in ihrem Beitrag sehr nüchtern, realistisch und ohne Illusionen an dieses Thema herangegangen ist. Ich denke, jeder von uns Alten konnte sich früher nicht vorstellen, wie es sein wird, wenn einer alleine zurückbleibt. Man hatte gemeinsame Pläne und Ziele und dann kommt alles ganz anders. Als ich im Herbst meinen Garten winterfest gemacht habe, dachte ich, wie lange werde ich das noch machen können? Wie jedes Jahr habe ich mir kürzlich einen Weihnachtsbaum gekauft, aber diesmal ist er viel kleiner ausgefallen, weil mir der Transport und das Aufstellen Schwierigkeiten machen. So wird man sich von vielen Gewohnheiten verabschieden müssen und man wird gezwungen, umzudenken.

Früher, als es noch keine Alten- und Seniorenheime gab, wurden die Alten von der Familie mitversorgt, aber war das besser? Seien wir doch ehrlich, wie schnell wurde das als Last empfunden.

Eine ganz liebe Schwägerin von mir, der meine ganze Bewunderung gilt, versorgt seit über sechs Jahren, nach dem Tod ihres Mannes, ihren heute 95 Jahre alten, demenzkranken Vater und kümmert sich zusätzlich um ihre über 85 Jahre alte kranke Tante. In ihrer Familie, sie kommt aus Ungarn, wurde das so gelebt. Sie könnte es sich niemals vorstellen, ihren Vater in einem Heim unterzubringen. Seit Jahren sind ihre eigenen Bedürfnisse ganz hintangestellt. Wandern, Theater, Konzertbesuche oder mal ein Stadtbummel beschränken sich auf die wenigen Tage im Jahr, wenn der Vater von der noch berufstätigen Schwester betreut wird. Wie viel Kraft, Geduld und Liebe kostet es, dem Vater, der zum hundertsten Mal fragt, haben wir schon gegessen, ohne auszurasten zu antworten? Ich habe sie einmal nur einen Tag lang vertreten und war danach fix und fertig. So etwas wollen und dürfen wir unseren Kindern nicht zumuten. Mich würde es interessieren, wie andere Leser darüber denken.

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