Leserbriefe

Gartenschau statt Hotelklotz

26.01.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jens-Heiko Adolph, NT-Zizishausen. Zum Artikel „Für großzügige Freiräume am Neckar“, vom 19. Januar. Aus meinem Nürtinger Bekanntenkreis sowie von Nicht-Nürtinger Arbeitskollegen erhalte ich dieselbe Rückmeldung: die Stadt hat viel Potenzial, doch es wird fast nichts daraus gemacht. Was soll der Hotelklotz für die Stadt bewirken? Glaubt man wirklich, dass ein Hotel erforderlich ist, um den ansässigen Unternehmen die Existenz zu sichern? Oder man würde Nürtingen beleben, wenn Monteure und Handelsreisende unter der Woche übernachten während man dies mit Tausenden von Studenten und 41 000 Einwohnern nicht hinkriegt?

Nein, die Attraktivität von Nürtingen wird dadurch erhöht, dass man endlich das umsetzt, für was sich 64 Prozent der Bürger im ISEK-Prozess ausgesprochen haben: eine grüne Stadt am Fluss. Darüber hinaus Außengastronomie und ein Konzept, wie der Einzelhandel gestärkt werden kann. Durch Spezialisierung zum Beispiel. Doch davon ist nichts zu sehen. Stattdessen der Grundstücksverkauf für nur 310 Euro pro Quadratmeter. Da freut sich der Investor.

Ähnlich wie beim Wörth-Areal bekommt man den Eindruck, dass Investoren im Mittelpunkt stehen und nicht die Wünsche der Bürger. Und warum in aller Welt braucht man einen viereckigen Hotelklotz um einen Biergarten zu betreiben? Geht’s noch? Ich fände ein erstrebenswertes Ziel, eine Landesgartenschau nach Nürtingen zu holen. Das wäre ein Nordstern für den sich das Engagement lohnen würde: Umsetzung der mehrheitlichen Bürgerwünsche, Fördertöpfe für Nürtingen anzapfen, Nürtinger zu Engagement motivieren statt zu vergrämen, Menschen durch städtische Attraktivität anziehen und nicht zuletzt wertvolle Überschwemmungsflächen erhalten, um die Hochwassersituation nicht noch weiter zu verschärfen.

Der Umweltminister hat kürzlich (in Nürtingen!) auf die Vermeidung der ufernahen Bebauung hingewiesen. Also, Hotelbau stoppen, konkrete und wirksame Maßnahmen für die Stadtentwicklung erstellen und umsetzen. Ich wünsche mir sehr, dass man genügend Menschen und Unterschriften für das Bürgerbegehren in der kurzen Zeit erreichen kann. Infos unter www.nuertingen-am-neckar.de

Leserbriefe

Die zwei Seiten der Medaille

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