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Fußball: Tests und die Ungleichbehandlung

09.05.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dorothea Lottermann, Wendlingen. Zum Artikel „Auch der VfB rüstet sich für den Neustart der Liga“ vom 2. Mai. Dieser Artikel ist für mich ein deftiger Schlag ins Gesicht! Da werden mehrere Bundesliga Mannschaften auf Covid 19 getestet, damit die Bundesliga möglichst schnell fortgesetzt werden kann. Wer denkt, so stelle ich mir die Frage, eigentlich an das Personal von Intensivstationen, Notfallaufnahmen, Röntgenabteilungen und Laboren, die mit Covid 19- Patienten oder coronainfiziertem Material arbeiten? In keiner Verlautbarung der unzähligen Artikel in diesem Zusammenhang ist davon die Rede, dass dieses Personal wöchentlich mehrfach getestet werden sollte. Warum eigentlich nicht? Nimmt man hier die Herdenimmunisierung so ernst, dass dabei auch schwersterkrankte Covid 19-Patienten quasi als Kollateralschaden eingepreist werden?

Wo sind die Stimmen, die erkennen wollen, dass beispielsweise Radiologieassistenten auch zu den systemrelevanten Berufen gezählt werden müssen? Sie sind es, die an vorderster Front mit den Covid 19-Patienten arbeiten müssen! Sie röntgen in der Notaufnahme, auf Intensivstationen, sie lagern die Patienten bei einer Untersuchung im Computertomographen . . . ! Von Sicherheitsabstand kann da keine Rede mehr sein; es ist aber eine Arbeit, die gemacht werden muss!

An dieser Stelle muss nochmals gefragt werden: Warum wird hier eine ganze Berufsbranche vergessen? Will man sich die Konsequenzen einfach nicht vorstellen, die eine Vielzahl von Erkrankungen in diesem Beruf zur Folge hätte? Zurück zum Artikel: Hier erfahre ich, dass in fünf Laboren 500 000 Euro investiert würden, damit diese die Tests für die Bundesliga durchführen werden. Will man wirklich der Bevölkerung vorgaukeln, dass diese Labore auch für den Otto Normalverbraucher oder Klinikpersonal zu Verfügung stünden? Der größte Hohn aber ist , den schwarzen Peter der Politik zuzuschieben, damit diese entscheidet. Natürlich will sich die Politik nicht mit der Großmacht Fußball anlegen, und wird ihr Okay nach „reiflichem“ Überlegen und unter bestimmten Auflagen geben, denn die Bundesliga ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor mit dem man sich nicht anlegen möchte. Da spart man doch lieber an den 1500 Euro, die auch jedem Radiologieassistenten, durchaus zugebilligt werden müsste! Diese 500 000 Euro wären bei denen, die – da geblieben sind – und ihre Gesundheit tagtäglich immer wieder neu aufs Spiel setzen, weit besser aufgehoben!

Leserbriefe

Hohenheim ist offen – Tachenhausen ist zu

Dietmar Hierl, Oberboihingen. Zum Artikel „Garten Tachenhausen am Wochenende zu“ vom 23. Mai. Von der Leitung der Hochschule Nürtingen wird für den Lehr- und Versuchsgarten des Tachenhäuser Hofs wohl ein neuer Hotspot erwartet. Denn nur so kann man sich die neuen Öffnungszeiten erklären. War der…

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