Leserbriefe

Früher war manches besser

12.01.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ingrid Buncic, Nürtingen. „Miteinander statt einsam Weihnacht gefeiert“ vom 27. Dezember. Wir als Familie begleiten die Einsamen-Weihnachtsfeier seit 2001. Wir beteiligten uns am Programm und als Fahrdienst für die, die nicht in Nürtingen wohnen. Deshalb weiß ich, dass Einsame, sozial Schwache, zum Teil Obdachlose und einige Senioren aus dem Kroatenhof dabei waren. Auch waren es immer die Gleichen und einige Neue, die alle zwei Jahre kamen. Gestaltet von Diakon Thomas Kress, Iris Herbst und einigen jungen Leuten vom evangelischen Jugendwerk, die immer ein einfaches, aber sehr gutes Drei-Gänge-Menü (Suppe, Geschnetzeltes, Spätzle, Salat und Dessert) kochten. Dann wurden Gedichte und Geschichten von den anwesenden Gästen erzählt und Herr Kress kam als Weihnachtsmann und verteilte immer verschiedene Geschenke. Im Raum stand ein großer Tisch, gedeckt mit gespendeten Weihnachtsbackwaren von Nürtinger Bäckereien, die sich die Besucher selbst nehmen durften. Es war immer sehr nett und feierlich und der Geist von Weihnachten war für alle zu spüren und jedem wurde vermittelt, dass er wertvoll als Mensch ist.

Dieses Jahr wurde die Feier von Diakon Bühler und Helfern gestaltet. Es gab eine Suppe, die total versalzen war und aus der jeder erkennen konnte, was es in der Weihnachtswoche im Kroatenhof zu essen gab. Würstchen, Fleisch, Ravioli oder Maultaschen schwammen klein geschnitten in der Suppe. Der Ackersalat war nicht geputzt, es hingen Wurzeln und die gelben Blättchen dran, und die Würstchen waren nicht richtig heiß. Serviert wurde lieblos und alles ging hektisch und schnell im Eiltempo. Beim Resteverteilen wurden die Würste nicht auf den Teller gelegt, sondern so verteilt, dass sie auf der Tischplatte oder Stuhl landeten und nicht auf dem Teller. Was sind uns unsere schwachen Mitmenschen wert?

Ich habe keine Wertschätzung gespürt. Menschen, die wie wir schon viele Male mit Herrn Kress gefeiert haben, gingen frühzeitig enttäuscht und entmutigt nach Hause. Andere, die zum ersten Mal dabei waren, hatten leider keine Vergleichsmöglichkeit. Die Mannschaft von Herrn Kress hat auch ehrenamtlich gekocht und bedient, doch es war wirklich all die Jahre Nächstenliebe und der wahre Geist von Weihnachten zu spüren. So wie der Heiligabend 2011 im Kroatenhof gestaltet wurde, ist das für die Diakonie Nürtingen keine Weiterempfehlung.

Leserbriefe

Nürtingen und das Hölderlin-Haus

Ingrid Dolde, Großbettlingen. Zum Artikel „Ein eigenes Haus für Hölderlin“ vom 14. Januar. Nun ist man beim Hölderlinhaus praktisch wieder da, wo man vor mehr als zehn Jahren schon einmal war. Von wegen Sanierung. Die jetzt beschlossenen Pläne bedeuten nichts anderes als einen Abriss in weiten…

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