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Frieden in Nahost

13.03.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Irmgard Bürck, Wolfschlugen. Zum Artikel Hamas feiert Mord an Schülern vom 8. März. Dieser Artikel zeigt einmal deutlich den Teufelskreis auf, unter dem Israelis und Palästinenser leiden: Ein Attentäter aus Ost-Jerusalem tötete acht junge Israelis, Schüler einer Religionsschule (vermutlich) aus Rache für die Tötung von über 120 Palästinensern durch israelisches Militär. Diese wiederum war die Antwort auf den Raketenbeschuss israelischer Siedlungen durch Palästinenser vom Gazastreifen aus.

Man muss wissen, dass die Siedlungen von und für nationalreligiöse Zionisten gebaut wurden und werden, deren Zentrum die nun angegriffene Talmudschule Merkas Harav bildet. Im Westjordanland befinden sie sich auf palästinensischem Boden.

Israel reagierte mit der Zerstörung des Hauses, in dem der Attentäter wohnte, der selbst getötet wurde. Die Extremisten unter den Palästinensern feierten das Attentat als normale Reaktion auf die Verbrechen der (israelischen) Besatzer. Die Extremisten unter den Israelis fordern jetzt die Errichtung von acht weiteren Siedlungen im Westjordanland als Vergeltung (zum Gedenken an die acht ermordeten Schüler). Sollten sie gebaut werden, werden sie ebenfalls zu Zielen palästinensischer Angriffe, worauf als Vergeltung ein israelischer Militärschlag und/oder die weitere Einschnürung der Lebensmöglichkeiten der palästinensischen Bevölkerung zu erwarten sind. Und so weiter. Und ebenso zurück in der Vergangenheit.

Dabei gab es schon Zeiten, in denen Juden, Muslime und Christen in Palästina friedlich zusammenlebten (um 1900), und heute gibt es Modelle, in denen das wieder mit Erfolg praktiziert wird. Gibt es eine Hoffnung, dass das eines Tages wieder möglich und normal wird? Fast möchte man sagen: Nein, der Hass auf beiden Seiten, durch böse Erfahrungen genährt, ist zu groß. Aber es gibt auch die Friedensgruppen auf beiden Seiten, die bereit sind zu schmerzhaften Zugeständnissen, damit die beiderseits unerträglich gewordene Situation geändert wird. Damit sie ihren Landsleuten und Politikern gegenüber mit dem notwendigen Gewicht auftreten können, brauchen sie unsere Unterstützung.

Wer im Internet unter Friedensgruppen in Israel und Palästina schaut, wird staunen über die Vielfalt. Auch der Vortrag von Sumaya Farhat-Naser am 17. März in der Buchhandlung Zimmermann ist besuchenswert. Ob Krieg oder Frieden in Nahost herrscht, kann gerade uns nicht gleichgültig sein.

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