Leserbriefe

Freuen uns über Zahnarzt-Initiative

10.11.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jan Fitzner, Wendlingen. Zum Artikel „Akute Notfälle werden behandelt“ vom 6. November. So unerfreulich die Sachlage an sich ist, so ist es doch begrüßenswert, dass über den Protest der Zahnärzte das Thema der Budgets in der Medizin endlich wieder einmal Eingang in die Medien findet. Denn das „Budget“ ist allgegenwärtig und macht in keiner seiner Erscheinungsformen Sinn. Deshalb wird es von den Verantwortlichen konsequent totgeschwiegen und von denen mit sozialem Gewissen auf persönliches finanzielles Risiko hin überschritten. Die Budgets sind willkürliche Kostenbegrenzungen, die von Bürokraten, welche nie mit Patientennöten umzugehen haben, auf Papier festgeschrieben werden, und die Strafen für Nichteinhaltung werden sogleich mit ausformuliert. Würden sich alle in der Medizin Tätigen wirklich an die Vorgaben der Budgets halten, gäbe es im jeweils dritten Quartalsmonat infarkttote Herzkranke, erstickte Asthmatiker, schmerzleidende Tumorpatienten bis hin zu nassliegenden Inkontinenten, weil keine Kosten mehr verursacht, also keine Rezepte mehr ausgestellt werden dürften.

Wir müssten unsere Sprechzeiten weiter herunterkürzen, weil das theoretische Budget sagt, soundsoviele Stunden Sprechzeit reichen aus, egal, wer da noch vor der Tür wartet. Gesetzeswidrig tun wir Ärzte das nicht. Wir verordnen über das Budget hinaus und machen systematisch unbezahlte Überstunden, weil ein behandelter Patient besser als ein zufriedener Bürokrat ist. Und wir werden dafür abgemahnt und vor die Schiedsstellen zitiert. Und haben wir aus Gewissensgründen und Verantwortlichkeit nicht oft genug „Nein“ gesagt, bezahlen wir unsere Strafen. Kaum einer weiß das. Beim Bezahlen aber verdreht Willi Reiners in der Zeitung die Tatsachen, wenn er schreibt, Ärzte müssten etwas „zurück“- bezahlen, denn wir haben das zu zahlende Geld zuvor nie bekommen. Wir müssen das „be“-zahlen, was wir über das Budget hinaus verordneten, wir bezahlen also aus unserer eigenen Tasche die Medikamente unserer Patienten, die sie nach unserer Überzeugung dennoch brauchen, obwohl irgend jemand an einem Schreibtisch der Meinung ist, die Patienten, die er nie sah, könnten auch ohne diese Tabletten auskommen. Wir freuen uns somit über die Initiative der Zahnärzte und wünschen ihnen Erfolg in ihrem Engagement gegen irrwitzige Vorschriften.

Leserbriefe

Schlicht und leicht zu durchschauen

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