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Fremdentnahmen aus der Rentenkasse

04.12.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Lydia Hofstadt, Erkenbrechtsweiler. Zum Artikel „Jüngere zahlen teure Rentengeschenke“ vom 29. Dezember. Wieder einmal wird den älteren Generationen – den heutigen Rentnern – vorgeworfen, dass sie auf Kosten der Jungen leben und sie teure Wahlgeschenke bekämen. Es wird vergessen, dass auch wir viele Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben. Noch haben wir keinen Cent bekommen und die sogenannten Reformen sind zunächst noch in der Planung. Dass aber die Mütterrente für Geburten nach 1992 bereits angerechnet wird, ist ein Affront für alle Mütter, die ihre Kinder vor 1992 zur Welt gebracht haben. Diese Frauen hatten es ungleich schwerer als die Mütter von heute, weil es bei Weitem nicht so viele Hilfen vom Staat gab.

Auch die Ungleichbehandlung Ost/West ist ein dicker Hund. In dem Bericht der dpa wird aufgeführt, dass Westrentner ab Juli 2014 24 Euro Rente im Schnitt mehr bekommen sollen, im Osten dagegen 30 Euro pro Monat. Dass der Kaufkraftverlust im Westen wesentlich höher als im Osten ist, wird dabei nicht berücksichtigt. Niemals hätte das ursprüngliche kapitalgedeckte Verfahren in das Umlageverfahren geändert werden dürfen. Mit der damaligen Änderung der Rentenversicherung wurden den ungerechten Entnahmen aus der Rentenkasse Tür und Tor geöffnet. Es wird immer wieder die Alterspyramide und die sich daraus ergebenden Konsequenzen aufgezeigt. Man versucht mit finanziellen Mitteln Anreize zu schaffen, dass mehr Kinder in die Welt gesetzt werden.

Ich habe nach einem Klassentreffen kürzlich (Jahrgang 1934/35) einmal eine Zusammenstellung gemacht. Wir waren 45 Schüler in einer Klasse (heute undenkbar), die 99 Kinder großgezogen haben. Wir haben uns in der Runde auch über die heutigen jungen Mütter unterhalten und unter welchen Umständen wir in der damaligen Zeit unsere Kinder aufziehen mussten.

Zu unserer Zeit gab es keinen Kinderhort, nur ein Kinderschüle, in das Kinder ab drei Jahren gehen durften, Pampers waren unbekannt und Babygläschen gab es auch nicht, dazu hätte man damals auch das Geld nicht gehabt. Wir haben gewusst, dass man auf einiges verzichten und sich einschränken muss, wenn sich Nachwuchs angekündigt hatte, aber wir hatten uns auf unsere Kinder gefreut und die Verantwortung gerne getragen, ohne Hilfe vom Staat. Daher, finde ich, haben diese Mütter die Mütterrente auf jeden Fall verdient, nur darf diese nicht aus der Rentenkasse entnommen, sondern muss aus Steuermitteln finanziert werden, denn das wäre eine weitere Fremdentnahme aus der Rentenkasse.

Leserbriefe

Das Geld in Kitas und Grundschulen stecken

Uli Kirchner, Nürtingen. Zum Artikel „Land belohnt Schulleitungen“ vom 19. November. Kann das sein? Oder ist das einfach nur falsch gemeldet? Die Hauptlast tragen doch nicht Schulleitungen, sondern die Lehrerinnen und Lehrer, die mit wechselnden Dienstplänen, Maskenschutz, Gesprächen mit Eltern…

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