Leserbriefe

„Flurschaden auf dem Wörth“

31.01.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Klaus Nägele, Nürtingen. Zum Artikel „Freie Wähler zum Wörth-Areal“ vom 23. Januar. In ihrer Pressemitteilung zur Beschlusslage und zur sogenannten „80-Prozent-Bebauung“ des Wörth-Areals unternimmt die Fraktion der Freien Wähler erneut den Versuch, die Bürger Nürtingens über eine Reihe von Fehlentscheidungen hinwegzutrösten.

Aus Sicht des Forums Wörth ergibt sich eine ganz andere Sicht und damit auch eine andere Gesamtbilanz: zu teuer eingekauft, zu billig verkauft und mit einem fehlerhaften und nicht abgestimmten Sanierungsprogramm die Sache von Anfang an verplant. So die nüchterne Bilanz des Forums Wörth.

Viel spannender bleibt, warum unter anderem die Freien Wähler diese Erkenntnis einfach nicht wahrnehmen und immer wieder auf die Rechtmäßigkeit der Beschlüsse im Gemeinderat hinweisen. Warum ist der Gemeinderat mehrheitlich nicht in der Lage, aus dem Debakel Wörth zu lernen? Niemand zweifelt an der Legitimation der Gemeinderäte, durch Beschlüsse zu agieren – agieren zum Wohle Nürtingens?

Einzig wie diese Beschlüsse vorbereitet, überprüft, plausibilisiert und mit den Bürgern abgestimmt werden wird kritisiert. All dies ist im Falle Wörth nicht erfolgt. Selbst die Runden Tische haben eine mehrheitliche Empfehlung einer Bebauung von 40 bis 70 Prozent der ursprünglichen überbauten Fläche ergeben und nicht eine Bebauung von über 90 Prozent (wie von der Stadtverwaltung erarbeitet).

Wieso beharrt die Fraktion der Freien Wähler auf der Behauptung, es würden Mindereinnahmen von 900 000 Euro entstehen, ohne dies jemals öffentlich und schlüssig zu belegen? Der eigentliche Flurschaden liegt im Vertrauensbruch gegenüber der Bevölkerung. Spätestens seit der Oberbürgermeisterwahl ist dieser Flurschaden offenkundig. Dieses Vertrauen wiederzugewinnen, dazu braucht es mehr als eine von fiktiven Zahlen getragene Pressemitteilung.

Vertrauen entsteht durch eine sachkundige, einfühlsame, transparente, vielfältige, respektvolle und wohlwollende Arbeit an Sachthemen – gerade bei Themen, die so weit in die Zukunft weisen. Dies ist im Rahmen der parlamentarischen Arbeit des Gemeinderates offenkundig zurzeit noch nicht möglich. Schade für Nürtingen heute und schade im Falle Wörth für viele Generationen. Oder frei nach Abraham Lincoln: „Das Komitee ist eine Sackgasse, in die Ideen hineingelockt und dann in Ruhe erdrosselt werden.“

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