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Floyds Tötung muss bestraft werden

19.06.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Simon Kromer, Wendlingen. Zum Artikel „Kunzmann kritisiert Rassismus-Demo“ und zum Kommentar „Einfach unerträglich“ vom 9. Juni. Thaddäus Kunzmann hat den Tod George Floyds als schlimm bezeichnet, aber darauf hingewiesen, dass dieser ein „Gewaltverbrecher mit beträchtlichem Vorstrafenregister“ sei, dem nachts keiner auf der Straße begegnen möchte. Als er dafür kritisiert wurde, hat er seinen Post nicht nur gelöscht, sondern seine Wortwahl bedauert und außerdem klargestellt, er wolle hervorheben, dass ein Verbrecher nicht zur Ikone gemacht werden darf. Das ist absolut legitim. Regierungssprecher Rudi Hoogvliet sollte sich besser informieren, bevor er Gegenteiliges behauptet.

Floyds Konterfei ist Gegenstand zahlreicher Demonstrationen und Graffiti. Viele Medienanstalten erwähnen nicht, dass Floyd einmal eine Schwangere mit einer Schusswaffe bedroht und ausgeraubt haben soll. Letztlich könnte er zu so was wie einem landes-, vielleicht weltweiten Vorbild avancieren. Kunzmann richtet völlig korrekt den Blick darauf, unabhängig davon, dass Floyds Ermordung schwer bestraft werden muss und verständlicherweise der Auslöser für US-amerikanische Proteste ist, die sowohl den Rassismus innerhalb der amerikanischen Gesellschaft als auch die Brutalität amerikanischer Polizeibehörden hinterfragen.

Schließlich ist noch anzumerken, dass wir uns laut sämtlicher Instanzen unseres Staates in einer lebensgefährlichen Pandemie befinden, die jede Massenveranstaltung von vornherein infrage stellt. Wie kommt Herr Hoogvliet also dazu, zu behaupten, die hiesigen Demonstrationen seien „nur und ausschließlich zu begrüßen“? Sie sind also nicht nur Folge eines in erster Linie US-amerikanischen Problems, sondern dazu noch in der Form, wie sie beim ersten Mal stattfanden, voller Verstöße gegen die Corona-Verordnungen. Habe ich irgendwas Wichtiges aus der Berichterstattung vergessen? Steht in dem gelöschten Post etwas Skandalöses, das erklärt, warum Rücktrittsforderungen auf Landesebene laut wurden und unser Ministerpräsident Herrn Kunzmann einbestellen ließ? Es würde mich freuen, wenn mir jemand auf die Sprünge hilft, denn abgesehen davon, dass man bei der Auseinandersetzung natürlich unterschiedlicher Meinung sein kann, befremden mich Ton und Vorgehensweise einiger Beteiligter ganz enorm. Andere Standpunkte gehören zur Demokratie und sind nicht „einfach unerträglich“.

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