Leserbriefe

Flickschusterei oder Planungsmängel?

10.11.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Fritz Maiero, Frickenhausen. Seit 1977 wohne ich an der Bahnstrecke Nürtingen– Neuffen. Bis 2000 wurden die Gleise hin und wieder auf Schäden geprüft, größere Reparaturen gab es jedoch nicht. Ich habe beobachtet, dass seit dem Jahr 2000 neue Fahrzeuge angeschafft wurden, die leiser und schneller sind als die alten. Um der neuen Technik gerecht zu werden, wurde der Gleiskörper erneuert. Es gibt seither auch keinen Gegenzug mehr, der in Frickenhausen auf dem Ausweichgleis warten musste, bis der entgegenkommende passiert hatte.

Doch was in diesen zehn Jahren seit Einführung des modernen Zuges an der Stecke gearbeitet wird, ist unfassbar, an die Kosten dafür möchte ich lieber nicht denken. Laut meiner Beobachtung ist zweimal im Jahr eine Kolonne mit entsprechenden Großfahrzeugen eine ganze Woche lang, bei Tag und Nacht sowie am Wochenende, damit beschäftigt, den Gleiskörper zu richten. Das bedeutet für die Anwohner schlaflose Nächte und Lärmbelästigung. Die Verantwortlichen werden uns jetzt sagen, dass wir das aus Sicherheitsgründen in Kauf nehmen müssen. Ich aber frage dieselben, ob es bei einer so ausgereiften Technik wie dem Gleisbau nicht schon bei der Planung möglich gewesen wäre, mit etwas mehr Aufwand diese Sicherheit ohne häufige Wartungsarbeiten zu gewährleisten? Ist das, was an dieser Bahnlinie geschieht, regelmäßig stattfindende Flickschusterei, um Planungsmängel zu beheben?

Der heutige Täleszug ist zwar gegenüber seinem Vorgänger wesentlich schneller, jedoch im Vergleich zu einem IC oder ICE noch ein recht einfacher Zug. Da fragt man sich doch, welche laufenden Instandhaltungskosten im Vergleich dann bei den Schnelltrassen aufgewendet werden müssen? Wird das bei der Strecke Wendlingen– Ulm, sollte sie je gebaut werden, auch in dem Ausmaß der Fall sein?

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