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Leserbriefe

Falsche Darstellung

09.08.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Professor Dr. med. Friedrich Kolkmann, Unterensingen. Zum Artikel „Arzt und Kämpfer“ vom 1. August. Dr. Maxim Zetkin war ein in der Wolle gefärbter sowjetischer Kommunist. Er war ein sowjetischer Militärarzt, Chirurg, der nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nach Berlin kommandiert wurde. Er sollte dort am Aufbau eines zentralistischen staatlichen Gesundheitswesens nach sowjetischem Vorbild mitwirken. Er gehört damit, wie Ulbricht und Konsorten, zu denen, die am Aufbau der zweiten, kommunistischen Diktatur in Deutschland mitgewirkt und die Teilung Deutschlands mitverschuldet haben. Er war mitschuldig am Unglück zahlreicher Menschen in der sogenannten Sowjetischen Besatzungszone nach dem Kriege und mitverantwortlich für die Flucht zahlreicher Medizinstudenten und Ärzte nach Westdeutschland. Er war als Dekan und Direktor der Charité beteiligt an der Zerstörung von Karriere und Lebensplanung vieler Studenten, Ärzte und Dozenten.

Es ist eine Lüge, zu behaupten, das Gesundheitssystem der DDR sei „ebenso fürsorglich wie am Wohl des Patienten orientiert“ gewesen. Das System war, wie das sowjetische Vorbild, ineffizient und inhuman. Ich habe das System um die Wendezeit persönlich kennengelernt. Ich habe die Krankenhausruinen besichtigt, mit der Blechbüchse unter der OP-Lampe, zum Auffangen des Kondenswassers, den vollgestellten, ungepflegten Mehrbettzimmern, den zugigen Fenstern und der ausrangierten Lokomotive im Hof, neben Kohlebergen, zur Erzeugung von Dampf und Wärme. Es fehlte an Geräten, an Instrumenten und an Medikamenten. Ich habe Leute gesehen, die in Tränen ausbrachen angesichts der empörenden, lieblosen, unmenschlichen Behandlung alter Menschen in einem Pflegeheim.

Gut und komfortabel versorgt wurde nur die Funktionärselite, die führenden SED-Kader, eine Zwei-Klassen-Medizin par excellence. Zu danken ist den Ärztinnen und Ärzten, Schwestern und Pflegern, die sich trotz der inakzeptablen Rahmenbedingungen um eine angemessene Patientenversorgung bemüht haben. Davon habe ich viele kennengelernt und es waren häufig keine Parteimitglieder und erst recht keine „ Verdienten Ärzte des Volkes“ wie der unsägliche Dr. Maxim Zetkin. Mir fehlt jedes Verständnis dafür, dass die Nürtinger Zeitung eine derart irreführende und falsche Darstellung wie in dem Artikel von „heb“ zulässt.

Leserbriefe

Kuckuckseier vom Nürtinger Osterhasen

Egon Eigenthaler, NT-Oberensingen. Zum Artikel „Galgenbergpark: Kompromiss gefunden“ und zum Kommentar „Rücksicht nehmen“ vom 8. April. Wie, von CDU Stadtrat Kunzmann zur Wahl eröffnet, darf man in Nürtingen jetzt wieder „Klartext“ sprechen. Kein „Schönreden“, kein Vernebeln, und auch kein…

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