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Es ist statistischer Sachverstand gefragt

19.03.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dr. Ing. Friedrich Röcker, Nürtingen. Zum Artikel „Schnelltests für Schulen und Kitas nötig“ vom 16. März. Am Ende des Artikels wird die Pressesprecherin des Landkreises Andrea Wangner zitiert: „Was wichtig wäre, in Erfahrung zu bringen, wie viele PCR-Tests pro Landkreis überhaupt durchgeführt würden. Diese Zahlen seien vom Sozialministerium bisher leider nicht vorgelegt worden“. Man glaubt es nicht, so etwas zu lesen. Jeder, der auch nur Grundwissen aus der Statistik hat, weiß, dass die Größe der Stichprobe eine elementare Zahl ist. Ohne diese sind statistische Vergleiche Kaffeesatzleserei.

PCR-Tests werden angewandt, um Patienten mit Symptomen der Gruppe „Covid-19-infiziert“ zuordnen zu können und positiv ausgefallene Schnelltests zu verifizieren. Wenn wenig getestet wird, bleibt die Dunkelziffer hoch. Die ermittelte Inzidenz ist erheblich von der Zahl durchgeführter Tests abhängig. Schon Präsident Bolsonaro in Brasilien hat erkannt, dass sich die Inzidenz klein halten lässt, indem man wenig oder gar nicht testet („was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“).

Pandemiegeschehen ist, wie viele Entscheidungen in der Medizin, nur statistisch zu kontrollieren. Deshalb sind besonders hohe Anforderungen an die Genauigkeit und Vollständigkeit der Statistik zu stellen. Welcher Schluss aus diesen Zahlen gezogen wird, ist hingegen keine Frage der Statistik, sondern eine Entscheidung der Politik.

Mittlerweile hat die Ministerpräsidentenkonferenz festgelegt, dass die Inzidenz im Landkreis darüber entscheidet, welche Lockerungen zulässig sind. Deshalb ist es besonders wichtig, dass die Inzidenz je Landkreis genau und vergleichbar ermittelt und nicht dadurch beeinflusst wird, welche politische Wirkung damit erzielt werden soll.

Es bleibt zu wünschen, dass im Sozialministerium endlich Fachleute, die ihr statistisches Handwerk verstehen, bei der Überwachung der Pandemie zum Zug kommen. Nur darauf zu achten, ob alle Gesetze und Vorschriften eingehalten werden, reicht in dieser Katastrophensituation nicht aus.

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Roswitha Oberländer, NT-Oberensingen. Zum Artikel „Franziskus will keine ,Vogel-Strauß-Politik‘“ vom 11. Juni. „Im Gehorsam akzeptiere ich seine Entscheidung, so wie ich es ihm versprochen habe.“ Kardinal Marx ordnet sich den Anweisungen des Papstes unter. Wem ordnet sich der Papst als Oberhaupt…

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