Leserbriefe

Erneuerbare Energien fördern

15.05.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Rainer Leyrer, Großbettlingen. Die Einstellung des Marktanreizprogramms für erneuerbare Energien (MAP) ist eine politische Fehlentscheidung! Das Potenzial an regenerativen Energiequellen reicht aus, um den Strombedarf in Deutschland und Europa vollständig zu decken. Das ist das Ergebnis einer am 5. Mai veröffentlichten Studie, welche das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Auftrag des Sachverständigenrats für Umweltfragen (SRU) erarbeitet hat.

Voraussetzung dafür, so die Studie weiter, sind „klare politische Botschaften – die Politik muss die Zielrichtung eindeutig vorgeben“. Die Entscheidung der Bundesregierung, das MAP einzustellen, ist eine politische Botschaft. Ein erfolgreiches Förderprogramm, das sich über die damit ausgelösten Investitionen sogar selbst finanziert, wird beendet. Die Förderung nach MAP hat für viele Bauherren, besonders in der Sanierung, oftmals den Entschluss für den Einsatz erneuerbarer Energien und hocheffiziente Gebäudestandards entscheidend geprägt. Das Vertrauen in die Zuverlässigkeit von politischen Rahmenbedingungen wird zerstört.

Viele Verbraucher werden sich bei Sanierungen und Modernisierungen wieder für „einfache und zuverlässige“ Systeme auf der Basis fossiler Energieträger mit wesentlich geringerem Investitionsbedarf entscheiden. Mehrinvestitionen für höhere Effizienzstandards werden ohne den Anreiz staatlicher Förderung nicht getätigt.

Die aktuelle Ölkatastrophe im Golf von Mexiko belegt eindrucksvoll, dass sich weitere Öl- und Gasreserven nicht so leicht technisch und wirtschaftlich erschließen lassen, wie die Mineralölwirtschaft das propagiert. Eine ausreichende Versorgung mit fossilen Brennstoffen ist in Zukunft auch wegen der großen Importabhängigkeit unsicher, Vorkommen und Transportwege erstrecken sich über politisch instabile Regionen. Äußerst fraglich ist auch, wie vor diesem Hintergrund die Klimaschutzziele erreicht werden sollen.

Fazit: Mit der Förderung durch das MAP wird ein großes politisches Ziel geopfert, um kurzfristig Haushaltslöcher zu stopfen. Ein rückwärts gewandtes Signal mit weitreichenden Folgen. Verbraucher verlieren das Vertrauen in eine nachhaltige Klimapolitik. Bleibt zu hoffen, dass diese Fehlentscheidung einmalig ist, umgehend revidiert wird und nicht eine Umkehr der Energiewende einläutet.

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